I swear, if you existed, I'd divorce you.
Mike Nichols‘ Verfilmung des berühmten Bühnenstücks von Edward Albee atmet erkennbar den Geist der Vorlage. Mit Richard Burton und Liz Taylor fand er die kongeniale Besetzung für die beiden Hauptrollen. Die beiden waren zur Zeit der Dreharbeiten bekanntlich verheiratet und genauso wie die von ihnen verkörperten Martha und George dem Alkohol verfallen. Man kann sich gut ausmalen, dass ihre Auseinandersetzungen im realen Leben zumindest teilweise vermutlich nicht so viel anders verlaufen sind als die Wortgefechte zwischen Martha und George. Die Beiden sind es dann auch, die den Reiz des Films ausmachen, wobei Taylors Darstellung sogar mit einem Academy Award prämiert wurde.
Nichols‘ Regie ist betont zurückhaltend, und er überlässt die Bühne ganz seinen Protagonisten. Und auch wenn ich die Leistung insbesondere der beiden Hauptdarsteller und die tadellose technische Umsetzung anerkennen muss, gelang es Nichols‘ Film nur bedingt, mein Interesse zu wecken. Ich sehe schlichtweg keinen Grund dafür, 90 Minuten lang einem betrunkenen Ehepaar und ihren von der Situation überforderten Gästen dabei zuzusehen, wie sie sich verbal und emotional zerfleischen, auch wenn die Wortgefechte teilweise recht unterhaltsam sind. Erwartungsgemäß eskaliert das Ganze zusehends. Am Ende sitzen die beiden Händchen haltend da, während George für Martha das titelgebende Lied singt. Derweil bricht ein neuer Tag an und es ist offensichtlich, dass die nächste Auseinandersetzung nicht lange auf sich warten lassen wird.
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