19 Juni 2003

THE STRAIGHT STORY (David Lynch, 1999)

Ein wunderbarer Film von David Lynch. Die Erzählweise ist extrem ruhig, ruhiger noch als bei The Elephant Man. Der Film lebt von der tollen Story, den phantastischen Landschaftsaufnahmen und vor allem der Leistung des Hauptdarstellers Richard Farnsworth. 

Lynch gelingt es, die Geschichte völlig ohne Kitsch zu erzählen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was z. B. Steven Spielberg aus dem Stoff gemacht hätte. Wenn die beiden Brüder sich schließlich am Ende treffen, wird nur ein Satz gesprochen, bevor der Film mit einem Blick in den nächtlichen Sternenhimmel zu Ende geht. Sehr gut gelöst. 

18 Juni 2003

PANIC ROOM (David Fincher, 2002)

Sicherlich David Finchers schwächster Film bisher. Meilenweit entfernt von seinen Jahrhundertwerken Fight Club und Se7en, aber dennoch ein überdurchschnittlich guter Thriller. Und das sicherlich nicht wegen der mitreißenden Story – die gibt’s nämlich nicht. 

Ein 08/15-Drehbuch wie wir es schon hundertmal erlebt haben, aber Fincher wäre nicht Fincher, wenn er daraus nichts Außergewöhnliches machen würde. Herausragend die genialen Kamerafahrten, die mich schon seinerzeit im Kino aus dem Sessel rissen. Alleine die Fahrt vom oberen Stockwerk durch Decken und Böden bis in den Keller war das Eintrittsgeld für die Kinovorführung wert. Auf dem heimischen Fernseher sieht das allerdings nicht mehr ganz so beeindruckend aus wie auf der Kinoleinwand. Innovativ auch der Vorspann des Films, wobei Finchers Filme in diesem Punkt ja immer etwas Besonderes boten. 

Der düstere stylische Look des Films, die wahnsinnigen Kamerafahrten und der hervorragende Score von Howard Shore heben Panic Room letztlich aus der Masse der Psycho-Thriller heraus.