Viele Frauenfüße gibt es hier zu sehen, meist in Großaufnahme. Und ein
paar Ärsche auch. Tarantino frönt seinem Fuß-Fetisch in seinem neuesten
Werk in bisher noch nicht gesehener Hemmungslosigkeit. Insbesondere
Sydney Poitier macht dabei eine gute Figur. Aber auch darüber hinaus
trifft Tarantino bei mir wieder voll ins Schwarze. Ist der Beginn noch
etwas verhalten, weil die Gespräche der Mädels mich nicht so richtig
packen, nimmt der Film dann nach dem Lap-Dance doch ordentlich Fahrt
auf. Kurt Russell merkt man seine Freude, noch einmal eine größere Rolle
spielen zu können, deutlich an und die Mädels in der zweiten Hälfte
gefielen mir sowieso viel besser.
Eine echte Entdeckung ist Zoe Bell, die sich hier selbst spielt und
dabei unter Beweis stellt, dass sie nicht nur eine gute Stuntfrau
sondern auch eine brauchbare Schauspielerin mit starker Ausstrahlung
ist. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass ein neuseeländischer Akzent
auch eine erotisierende Wirkung haben kann.
Death Proof ist nicht nur wieder mit Filmzitaten
gespickt, sondern auch selbstreferenziell bis zum Abwinken. Ob
Big-Kahuna-Burger, Red-Apple-Zigaretten, der Twisted-Nerve-Klingelton
oder der obligatorische Shot aus dem Innern eines Kofferraums: Kenner
der Tarantinofilme schmunzeln wissend vor sich hin. Und auch das nunmehr
dritte Auftauchen des Texas Rangers Earl McGraw (Michael Parks) deutet
darauf hin, dass Tarantino sich zunehmend sein eigenes Filmuniversum
schafft, wobei Parks Auftritt dieses Mal nicht ganz so unterhaltsam ist
wie in Kill Bill. Dennoch immer wieder ein Genuss ihm zuzusehen und vor allem zuzuhören mit seiner unnachahmlichen Art zu sprechen.
Die große Verfolgungsjagd im letzten Drittel ist derart mitreißend inszeniert, dass man sie getrost auf eine Stufe mit den ganz großen Autorennen der Filmgeschichte stellen kann, was ja auch das erklärte Ziel des Meisters war, wie er im Interview auf der DVD erklärt. Ach ja, noch was: ich hatte ganz vergessen, wie schön stylisch das Rauchen einer Zigarette in Schwarzweiß sein kann.
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