Woran liegt es nun, dass ich trotz allem keinen rechten Zugang zu dem
Film finde? Das Problem ist vermutlich die eigentliche Story, denn
ähnliche Probleme hatte ich auch mit Polanskis Version. Natürlich ist
Dickens Roman ein Klassiker der Weltliteratur, aber das ändert nichts an
der Tatsache, dass ich die Geschichte schlichtweg langweilig finde. Da
können sich alle Beteiligten noch so mühen – Oliver Twists Schicksal
läßt mich völlig kalt. So bleibt das Ganze unter dem Strich eine
zwiespältige Angelegenheit: objektiv gesehen eine weitere hervorragende
Arbeit Leans, subjektiv betrachtet ein allenfalls durchschnittlicher
Film, der mein Herz nicht erwärmen kann.
19 Februar 2008
OLIVER TWIST (David Lean, 1948)
Die Sichtung habe ich eine zeitlang vor mir hergeschoben, weil mich
Leans zweite Dickens-Adaption bei der Erstsichtung im Fernsehen vor
einigen Jahren nicht überzeugen konnte. Leider bestätigte die gestrige
Zweitsichtung den damals gewonnen Eindruck. Das ist aber weniger Leans
Verschulden, denn objektiv lässt sich seiner Umsetzung wenig vorwerfen.
Er hielt sich relativ eng an die Vorlage und kreierte mit den düsteren
Schwarzweiß-Bildern eine unheimlich dichte Atmosphäre. Speziell die
Anfangsszene, in der die schwangere Mutter Oliver Twists durch die
Dunkelheit irrt, ist phänomenal inszeniert. Auch bei der Wahl seiner
Darsteller leistete er sich keine Schwäche.
Labels:
David Lean
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