28 August 2026

GODZILLA VS. KONG (Adam Wingard, 2021)

I love crazy ideas. They made me rich.

Nach dem enttäuschenden Godzilla: King of the Monsters zeigt die Formkurve wieder steil nach oben. Die Story ist zwar mindestens genauso absurd und die Figuren bleiben ebenso flach, doch Wingard vermeidet die zentralen Fehler seines Vorgängers und liefert nach Kong: Skull Island den bisherigen Höhepunkt des Franchise ab. Die Idee, Godzilla gegen Kong antreten zu lassen, ist nicht neu und wurde bereits in einem japanischen Film der 60er Jahre verwurstet, dessen Titel mir entfallen ist. Meine Sympathien liegen natürlich klar bei Kong: Merian C. Coopers King Kong von 1933 zählt zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen, während ich mit Godzilla nie viel anfangen konnte. Auch Wingard scheint ein Faible für den Riesenaffen zu haben, widmet er ihm doch deutlich mehr Screentime und lässt ihn zudem weniger aggressiv gegenüber Menschen auftreten.

Um den Film richtig genießen zu können, gilt die oberste Prämisse: Gehirn ausschalten und keinesfalls über die zahlreichen Logiklöcher oder die physikalisch völlig unrealistischen Actionszenen nachdenken. Wingard ersetzt die düstere Schwere des Vorgängers durch beschwingte Leichtigkeit und Humor. Anzahl und Dauer der Titanenkämpfe wurden reduziert, dafür gibt es klar ausgeleuchtete Sets statt schemenhafter Bildfragmente. Die Kämpfe sind abwechslungsreich, kurzweilig und nebenbei werden wieder einige Großstädte dem Erdboden gleichgemacht. Angereichert wird das Ganze durch Jules‑Verne‑Versatzstücke, die eine Reise in die Hollow Earth beinhalten – hier als Kongs Heimat und Ursprung der Titanen inszeniert. Diese Sequenzen bieten Gelegenheit für ausnehmend schöne Bilder einer fremdartigen, von bizarren Kreaturen bevölkerten Welt.

Wie im Vorgänger sind die menschlichen Protagonisten bloß Beiwerk, doch stört das diesmal kaum, denn außer Alexander Skarsgård hinterlässt ohnehin niemand einen bleibenden Eindruck. Immerhin kann Eiza González optisch Akzente setzen. Die eigentliche Schau sind jedoch die titelgebenden Giganten, und mit Mechagodzilla verfügt der Film über einen ebenso originellen wie furchteinflößenden Widersacher.

Unbedingt erwähnt werden muss das überragende Sounddesign. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Film mit einer derart beeindruckenden Atmos‑Tonspur gesehen respektive gehört zu haben. Die UHD von Godzilla vs. Kong bietet diesbezüglich absolute Referenzqualität und liefert über nahezu die gesamte Laufzeit ein präzises, raumfüllendes Feuerwerk aus allen 11 Lautsprechern sowie Tiefbass‑Attacken, die die Wände sprichwörtlich beben lassen. Alleine deshalb lohnt sich die Sichtung, wenn man über entsprechendes Equipment verfügt.

 

 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen