Samstag, 1. August 2026

FOLLOWING (Christopher Nolan, 1998)

You take it away to show them what they had.

Nolans Debut ist ein clever konstruierter Thriller um einen Arbeitslosen, der fremde Menschen verfolgt. Eine simple Ausgangslage, die sich zunehmend ins Dramatische verschiebt. Die stimmungsvollen Schwarzweiß‑Bilder, teils mit wackeliger Handkamera festgehalten, vermitteln ein Gefühl der Nähe und der Teilhabe des Zuschauers an den Vorgängen.  

Es handelt sich um eine Low-Budget-Produktion, die der Brite mit Freunden und Verwandten für rund 6.000 Dollar realisierte. Bei den Darstellern handelt es sich allesamt um Laien, die hier ihr Spielfilmdebut gaben. Lediglich Nolans Onkel, der den Polizisten spielt, konnte bereits auf Erfahrung als Schauspieler zurückgreifen.

Stilistisch finden sich Anleihen beim Film noir, und auch Hitchcock ist präsent: Voyeurismus, psychologische Verunsicherung, ein Protagonist, der sich in immer stärkerem Maße in der Opferrolle wiederfindet und das Gefühl, dass ihn jede Entscheidung weiter in die falsche Richtung führt.

Die für Nolans folgende Filme wie Memento oder The Prestige typische nicht‑chronologische Erzählweise kommt auch hier schon zum Einsatz und ist ein zentrales Spannungswerkzeug. Er wirft dem Zuschauer kleine Informationsbrocken hin, die andeuten, dass sich die Lage für den Protagonisten nicht zum Guten entwickeln wird, ohne konkrete Rückschlüsse zuzulassen. Dieses Spiel mit Erwartung und Fragmentierung erzeugt eine immense Spannung, die zum Ende hin immer mehr anzieht. 

Nolan erzählt die Geschichte kompakt, fokussiert und ohne Schnickschnack in gerade einmal 70 Minuten. Ein sehr beachtliches Erstlingswerk des Briten.

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