31 August 2026

TOUCH OF EVIL (Orson Welles, 1958)

Just because he speaks a little guilty, that don't make him innocent.

Touch of Evil gilt gemeinhin als Film noir, lässt jedoch einige der typischen Merkmale vermissen. So richtig warm wurde ich mit dem Film nicht, ungeachtet seiner unbestreitbaren Qualitäten.

Die Eröffnungssequenz ist allerdings überragend: ein nahezu vierminütiger Kameralauf ohne sichtbaren Schnitt durch die nächtlichen Straßen der mexikanischen Grenzstadt Los Robles, beginnend mit dem Platzieren der Bombe im Kofferraum des Geschäftsmanns Linekar. Diese Szene ist schlicht phantastisch und erinnert eindrucksvoll daran, welch visionärer Filmemacher Orson Welles war.

Welles’ Darstellung des korrupten Polizisten Hank Quinlan ist eine Schau - schwer, massig, moralisch verrottet, aber faszinierend in jeder Sekunde. Er ist klar die Hauptattraktion des Films und trägt ihn über manche Schwäche hinweg.

Die Kameraführung ist großartig, die Schwarzweißbilder atmosphärisch dicht und oft von beeindruckender Plastizität. Die Story hingegen wirkt stellenweise konstruiert und nicht immer überzeugend. Charlton Heston bleibt als mexikanischer Ermittler seltsam unnahbar und fügt sich nur bedingt ins Ensemble ein.

Unterm Strich: ein technisch brillanter, stellenweise hypnotischer Film, der mich emotional dennoch nicht ganz erreicht hat.

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