03 November 2026

ABISMOS DE PASIÓN (Luis Buñuel, 1954)

Buñuels Umsetzung des berühmten Romans Wuthering Heights von Emily Brontë konnte mich nicht recht überzeugen. Das liegt vermutlich nicht zuletzt daran, dass mir die zugrunde liegende Geschichte noch nie sonderlich zugesagt hat. Der Spanier verdichtet den umfangreichen Roman auf knapp anderthalb Stunden und konzentriert sich dabei vor allem auf die Beziehungen zwischen den fünf Hauptpersonen, deren Namen für die mexikanische Version angepasst wurden.  

Zwar ist eines der zentralen Motive des Films, der Konflikt zwischen gesellschaftlichen Klassen, ein typisches Buñuel-Thema, doch insgesamt ist mir das alles zu melodramatisch geraten. Oft schreien sich die Figuren gegenseitig an, bedrohen einander oder leiden unter ihrer unerfüllten Liebe. Die extreme Emotionalität der Handlung ließ mich weitgehend kalt, zumal die Charaktere kaum eine Gelegenheit auslassen, ihre Leidenschaften und Obsessionen demonstrativ zur Schau zu stellen.

Die vorwiegend mexikanischen Darsteller tragen für meinen Geschmack etwas dick auf und zeigen einen Hang zum Theatralischen. Darüber hinaus gibt es handwerklich jedoch wenig auszusetzen. Die Bilder sind atmosphärisch dicht und die Geschichte wird routiniert erzählt. Gleichzeitig fehlt dem Film jedoch jene Eigenwilligkeit, die viele von Buñuels anderen Arbeiten so interessant macht. Zwar lassen sich einzelne Themen erkennen, die ihn auch später noch beschäftigen sollten, insgesamt wirkt Abismos de pasión jedoch sehr konventionell.

Kein schlechter Film, aber für mich eine der schwächeren Arbeiten des spanischen Regisseurs.

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