Power wears out those who don't have it.
Bei meiner letzten Sichtung hatte ich die Kinofassung gesehen. Obwohl ich mich nicht mehr sonderlich gut daran erinnern kann, weiß ich noch, dass ich die Geschichte um den Immobiliare-Deal damals als etwas verwirrend empfunden hatte. Mit der 2020 erstellten neuen Schnittfassung gelang es Coppola, dies deutlich besser in die Handlung zu integrieren und dadurch viel besser verständlich zu machen. Auch darüber hinaus hat mir die neue Fassung außerordentlich gut gefallen, bereinigt sie doch einige der Schwächen, die die Kinofassung aufzuweisen hatte.
Michael Corleone verfügt über immensen Reichtum und nahezu unbegrenzte Macht, doch ein glücklicher Mensch ist er längst nicht mehr. Mehr als je zuvor wird dies deutlich in der Szene, in der er Kardinal Lamberto zunächst widerwillig seine Sünden beichtet. Insbesondere die von ihm befohlene Ermordung seines Bruders hat er nie verarbeitet. Die Geister der Vergangenheit versucht er damit zu bekämpfen, dass er den verbliebenen Mitgliedern seiner Familie seine ganze Liebe und Zuneigung angedeihen lässt, wobei er insbesondere an seiner Tochter Mary hängt. Auch seinen Sohn Anthony, der sich von ihm distanziert hatte, weil er um Fredos Ermordung wusste, kann er ein Stück weit wieder für sich gewinnen, indem er dessen Wunsch, Opernsänger zu werden, letztlich akzeptiert, was ihn wiederum auch seiner Exfrau Kay näherbringt.
Auch wenn The Godfather Part III nicht an die Klasse seiner beiden Vorgänger heranreicht, bildet er doch insbesondere in der neuen Schnittfassung einen äußerst gelungenen Abschluss der Corleone-Familiensaga. Die Erzählweise wirkt deutlich zurückhaltender und konventioneller als die des im selben Jahr entstandenen Goodfellas, der wiederum damals den Mafiafilm in eine neue, moderne Richtung lenkte. Mir gefiel diese zurückgenommene Art der Inszenierung ausgesprochen gut, zumal sie auch perfekt zu jener der beiden Vorgänger passt. Auch die Story wirkt in der neuen Fassung deutlich stimmiger und runder und bindet geschickt die Verschwörungstheorien um den plötzlichen Tod von Papst Johannes Paul I. ein.
Das große Finale im Opernhaus von Palermo zählt für mich zu den Höhepunkten der gesamten Trilogie und ist an Spannung kaum zu überbieten. Sehr gelungen ist auch das neue Ende, das im Gegensatz zur ursprünglichen Fassung Michaels Tod nicht mehr zeigt, obwohl der Film ironischerweise nunmehr den Zusatztitel The Death of Michael Corleone trägt. Dadurch wirkt der Schluss noch tragischer. Die letzte Einstellung zeigt Michael als reichen und mächtigen, aber auch einsamen und desillusionierten Mann.
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