Die von 3Sat über die Weihnachtsfeiertage angesetzte
Humphrey-Bogart-Reihe bietet mir eine willkommene Gelegenheit, die ein
oder andere Lücke zu schließen und ein paar ungesehene Klassiker mit dem
kleinen Großen nachzuholen. Den Auftakt bildete Casablanca, den ich mir geschenkt habe, weil ich die DVD besitze und ihn auch schon mehrfach gesehen habe. Deswegen steige ich mit Hawks The Big Sleep ein.
Ganz ohne Zweifel einer der großen Klassiker des Film Noir. Die Stärken
des Films sind seine tolle Atmosphäre und natürlich das überragende Paar
Bogart/Bacall. Insbesondere Bacall überzeugt in der Rolle der
undurchsichtigen, geheimnisvollen Femme Fatale, die dem kaltschnäuzigen
Philip Marlowe den Kopf verdreht. Dabei kommt ihr auch die wirre Story
zugute, die einen erheblichen Anteil daran hat, dass man bis zum Schluss
nicht weiß, was sie eigentlich antreibt.
Womit wir auch schon beim
großen Schwachpunkt des Films wären: die Story ist dermaßen verworren,
dass ich sie auch beim zweiten Gucken (bei der ersten Sichtung während
der TV-Ausstrahlung kämpfte ich aufgrund der späten Uhrzeit dauernd mit
dem Schlaf, deswegen schaute ich mir die Aufnahme am nächsten Abend
nochmal an) nicht richtig verstanden habe. Eine Beurteilung der
Dialogqualität fällt mir schwer, weil ich nur die synchronisierte
Fassung gesehen habe. Stellenweise klangen die Dialoge etwas holprig,
ließen aber dabei aufgrund des unterschwelligen Humors immer Raum für
die Hoffnung, dass dies lediglich eine Schwäche der eingedeutschten
Fassung ist. Muss mir das Teil bei Gelegenheit mal im O-Ton ansehen.
Vielleicht verstehe ich dann auch, wer wen warum erpresst bzw. ermordet
hat...
Alles in allem bereitete mir The Big Sleep zwei vergnügliche Stunden mit Bogart und Bacall, ohne jedoch an die Klasse von Bogarts Besten (Casablanca, Treasures of the Sierra Madre) heranzureichen.
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