03 Februar 2018

WAR FOR THE PLANET OF THE APES (Matt Reeves, 2017)

Nach dem nur bedingt gelungenen Dawn of the Planet of the Apes zeigt die Formkurve beim nunmehr dritten Teil der Affensaga wieder steil nach oben. Erzählt wird eine fesselnde Geschichte, die zahlreiche Themen klassischer Kriegsfilme aufgreift: Vertreibung, Verfolgung, Gefangenschaft, Unterdrückung, Folter, Flucht und Befreiung. Der Beginn könnte auch im Vietnamkrieg spielen – abgesehen von der Tatsache, dass die menschlichen Soldaten hier gegen Affen kämpfen. Und im weiteren Verlauf ließ man sich ganz offensichtlich u. a. von Apocalypse Now inspirieren, was auch durch ein nettes Wortspiel in Form eines Graffitis untermauert wird. Der von Woody Harrelson überzeugend verkörperte namenlose Colonel, dem seine Männer bedingungslos ergeben sind, erinnert dabei frappierend an Colonel Kurtz aus Coppolas Meisterwerk. Wenn man will, kann man in der Handlung auch noch einen biblischen Aspekt ausmachen. Wie Moses befreit Caesar das Affenvolk aus der Knechtschaft und führt es durch die Wüste ins gelobte Land.

Sehenswert ist War for the Planet of the Apes nicht zuletzt wegen seiner geradezu sensationellen Special Effects. Nicht nur, dass die Affen perfekt animiert sind; es gelang auch, zumindest den wichtigsten Affen-Charakteren individuelle Züge zu verleihen und sie dadurch von der Masse unterscheidbar zu machen. Andrew Serkis Leistung ist in diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben. In seinen Zügen spiegeln sich Emotionen wie Liebe, Wut oder Hass deutlich erkennbar wieder, und dennoch hat man immer das Gefühl, einem Schimpansen zuzusehen. Hervorragend umgesetzt ist auch der Lawinenabgang am Ende, der die brutalen Naturgewalten für den Zuschauer hautnah erlebbar macht.

Ungeachtet der Tatsache, dass einige Schwachpunkte des Vorgängers auch hier wieder vorhanden sind – beispielhaft sei die eigenartige Kommunikation der Affen untereinander mittels Gebärdensprache genannt – bietet War for the Planet of the Apes 140 Minuten beste Unterhaltung und zugleich einen würdigen Abschluss der Affen-Trilogie.

27 Januar 2018

WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT (Peter Thorwarth, 2002)

Willste quatschen oder ficken?

Ziemlich flache deutsche Komödie, die über weite Strecken trotzdem ganz leidlich unterhält. Richtig witzig ist Thorwarths Film eigentlich nie, aber die ein oder andere Szene regt durchaus zum Schmunzeln an. Das größte Plus sind zweifellos die sympathischen Darsteller: Dietmar Bär, Willi Thomczyk, Armin Dillenberger oder der aus den Tom-Gerhardt-Filmen bekannte Hilmi Sözer. Ralf Richter mag ich nicht unbedingt, aber seine Standard-Rolle als Ruhrpott-Assi beherrscht er zweifellos perfekt. Zudem kommen noch diverse Kultfiguren aus dem Pott wie Herbert Knebel, Tana Schanzara oder Heinrich Giskes zu Kurzauftritten. Die Einbindung der Liebesgeschichte zwischen der von Alexandra Maria Lara gespielten Astrid und dem in Sachen Liebe noch grünen Philipp (Mr. Thorwarth höchst selbst) ist nicht sonderlich gelungen, aber irgendwie musste schließlich eine attraktive Dame mit von der Partie sein, und diesen Part füllt Lara sehr überzeugend aus.

Obwohl die Story, die die Grundlage für den gleichnamigen Kurzfilm aus dem Jahr 1997 bildete, auf Spielfilmlänge gedehnt wurde, langweilt man sich während der insgesamt gut 100 Minuten nicht. Ein Kandidat für eine Zweitsichtung ist Was nicht passt, wird passend gemacht indes ganz sicher nicht. Da schaue ich mir lieber zum zehnten Mal Superstau an.

19 Januar 2018

KONG: SKULL ISLAND (Jordan Vogt-Roberts, 2017)

Meine Erwartungen an dieses King-Kong-Spin-Off waren nicht sonderlich hoch, doch konnte ich mir dieses als jemand, der die diversen Sichtungen des 1933er Originals zu seinen liebsten Kindheitserinnerungen zählt, natürlich nicht entgehen lassen. Und erstaunlicherweise erweist sich Kong: Skull Island als äußerst kurzweiliger und unterhaltsamer Film, der mit gleich mehreren Pfründen wuchern kann. 
 
Da sind zunächst die atemberaubend schönen Landschaften Vietnams, die in ihrer fremden Exotik die perfekte Kulisse für das der zivilisierten Welt verborgene Skull Island bilden. Mit John Goodman, Samuel L. Jackson, Tom Middleston, Brie Larson oder John C. Reilly - um nur einige zu nennen - ist es zudem gelungen, eine beeindruckend namhafte Darstellerriege zu versammeln. Und nicht zuletzt ist der Actionanteil nach einer kurzen Exposition zu Beginn sehr hoch und sorgt dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Vogt-Roberts drückt die meiste Zeit über mächtig aufs Tempo und gibt seinen Protagonisten und dem Zuschauer kaum Gelegenheit Luft zu holen. Vor allem aber wird man bei der Sichtung von einem ständigen Gefühl der freudigen Erwartung begleitet verbunden mit der Frage, welches phantasievoll gestaltete Wesen denn nun als nächstes in Erscheinung treten mag. 

Technisch ist das ebenfalls ziemlich beeindruckend, was sich auf der Leinwand abspielt. Die Kreaturen sind hervorragend animiert, wobei insbesondere Kong täuschend echt aussieht. Seine Art sich fortzubewegen erinnert mit dem majestätischen Gang allerdings wenig an einen Affen, was aber sicherlich gewollt ist, um seinen Status als ungekrönter König der Insel zu unterstreichen. Der Beauty-and-the-Beast-Aspekt wird nur zaghaft angedeutet, beispielsweise in einer Szene, in der Kong Mason vor dem Ertrinken rettet. Dafür werden als Erklärung für die Existenz der prähistorischen Kreaturen einige verworrene Lovecraft-Anleihen bemüht, die jedoch im Laufe des Films nicht weiter vertieft werden. Glücklicherweise, muss man sagen, denn die Existenz der Tiere genauer erklären zu wollen, wäre nicht nur unnötig, sondern ihrer mystischen Wirkung womöglich auch abträglich gewesen.

Zusammen mit dem stimmungsvollen Score, der die Atmosphäre der 70er Jahre trefflich einfängt, ergibt sich eine rundum gelungene Mischung, die zwei Stunden lang ausgezeichnet zu unterhalten weiß. Und mit der Heimkehr des vermissten Kampfpiloten Marlow zu seiner Familie nach fast 30 Jahren gibt es sogar noch eine berührende Schlussszene.

16 Januar 2018

DUNKIRK (Christopher Nolan, 2017)

We need our army back.

Dass ich den Arbeiten des 47-jährigen Briten sehr zugetan bin, habe ich ja schon bei verschiedenen Gelegenheiten kundgetan, wobei mich im Vorfeld der Sichtung von Dunkirk die Frage umgetrieben hat, inwieweit Nolan auch bei einem solchen Sujet seiner Angewohnheit, seine Filme in mehreren Erzählebenen anzulegen, treu bleiben würde. Erwartungsgemäß kommt er hier ohne Plottwists oder einen versteckten Kontext aus. Die Besonderheit besteht vielmehr darin, dass die Ereignisse aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt werden, wobei jede eines der drei Elemente repräsentiert, um die und in denen Krieg geführt wird: Land, Wasser und Luft.

Der Focus liegt dabei auf der Land-Perspektive, repräsentiert durch den jungen Soldaten Tommy, der von seiner Einheit getrennt wurde und versucht, ein Schiff zu erreichen, das ihn zurück nach England bringt. Dabei gelingt es ihm zwar immer wieder, an Bord eines Schiffes zu gelangen, doch muss er stets fliehen, weil jedes Schiff von den Deutschen versenkt wird, bevor es überhaupt in die Nähe englischer Gewässer gekommen ist.

Dunkirk ist für Nolan-Verhältnis ungewöhnlich spartanisch in seiner Erzählweise. Der Brite verzichtete auf allen Schnickschnack, für den er ansonsten bekannt ist. Einzig der ständige Wechsel der Perspektive verlangt vom Zuschauer ein Minimum an Aufmerksamkeit. Gesprochen wird relativ wenig. Die Dialoge beschränken sich auf das Nötigste. Auch der Score von Hans Zimmer hält sich stark zurück. Musik im eigentlichen Sinne gibt es kaum. Vielmehr konzentrierte sich der Komponist darauf, eine wirkungsvolle Klangkulisse zu schaffen, in die die im Krieg allgegenwärtigen Geräusche gekonnt eingearbeitet wurden. Dies trägt in Verbindung mit der kompakten Erzählweise zu einer immensen Spannung bei, die sich über die gesamte – ungewöhnlich kurze – Spielzeit immer weiter zuspitzt. Die verschiedenen Perspektiven zeigen dabei gut die Ausweglosigkeit der Gesamtsituation. Man kann dem Krieg nicht entkommen, egal was man tut. 

Dunkirk unterscheidet sich somit recht deutlich von dem üblichen Schema, nachdem Kriegsfilme – insbesondere solche über den zweiten Weltkrieg – ansonsten funktionieren. Wobei der historische Hintergrund kaum thematisiert wird und im Grunde genommen gar keine Rolle spielt. Dafür ist man als deutscher Staatsbürger dann auch regelrecht dankbar, wenn man einen Film über den zweiten Weltkrieg sieht, in dem ausnahmsweise mal nicht die Garstigkeit der Deutschen herausgestellt wird. Diese sind hier nur der gesichtslose, übermächtig erscheinende Feind, doch könnte diese Rolle losgelöst vom Kontext genauso gut von einer anderen Nation ausgefüllt werden. Erst in der letzten Szene des Films bekommt man einige deutsche Soldaten kurz zu Gesicht.

Im Gegensatz zu vielen euphorischen Kritikern würde ich Dunkirk nicht unbedingt als Meisterwerk bezeichnen. Da gibt es andere Nolan-Filme, die diese Bezeichnung eher verdienen. Einer der besten Kriegsfilme der vergangenen Jahre ist er aber zweifellos. Und weniger durfte man von Nolan auch nicht erwarten.

30 November 2017

LIFE (Daniel Espinosa , 2017)

Gelungener Alien-Klon, der nicht nur mit guten Effekten sondern auch einer stetig ansteigenden Spannungskurve überzeugen kann. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass Life die Klasse des Originals nicht erreicht, und doch kann er im direkten Vergleich zumindest einen Vorteil dadurch für sich verbuchen, dass er in der Gegenwart und auf der real exisitierenden Weltraumstation ISS spielt. Dies geht mit einem deutlich größeren Realismus einher. Mit ein klein wenig Phantasie ist es durchaus vorstellbar, dass sich die Handlung so zutragen könnte, während die Story von Alien in weit entfernter Zukunft in einer fremden Galaxie angesiedelt ist und zahlreiche technische Weiterentwicklungen voraussetzt, die es so heute noch nicht gibt und auch in absehbarer Zeit nicht geben wird. Durch diesen Realismus gelingt es auch sehr gut, die Sensation und die Aufgeregtheit zu transportieren, die das Auffinden einer außerirdischen Lebensform darstellt. Die anfängliche Faszination gepaart mit wissenschaftlichem Forschungsdrang weicht jedoch schnell dem Gefühl, das von dem zunächst so harmlos erscheinenden Wesen eine große Gefahr ausgeht. Und auch wenn die Protagonisten sehenden Auges in ihr Unglück laufen, wirkt ihr Verhalten immer realistisch, denn welcher Wissenschaftler würde einen solchen außergewöhnlichen Fund nicht näher untersuchen wollen?

Wie beim großen Vorbild herrscht auch hier eine beklemmende, in weiten Teilen auch klaustrophobische Atmosphäre vor – gepaart mit der sich immer stärker manifestierenden Gewissheit, dem zunehmend aggressiv agierenden Wesen nahezu schutzlos ausgeliefert zu sein. Bei den Darstellern ragt natürlich Jake Gyllenhaal heraus, der wie immer eine erstklassige Vorstellung abliefert. Doch auch der Rest der Besetzung kann überzeugen. 

Unter dem Strich ist Life ein äußerst gelungener Science-Fiction-Thriller, der – nicht zuletzt aufgrund der knackig kurzen Spielzeit und der minimalistischen Herangehensweise ausgesprochen gut unterhält. Und das Ende ist ein echter Killer.

28 November 2017

HELL OR HIGH WATER (David Mackenzie, 2016)

Die Sichtung bin ich völlig unvorbereitet angegangen. Ich hatte zuvor weder Kritiken gelesen, noch wusste ich, worum es in der Handlung geht. Und doch dauerte es nur wenige Minuten bis ich mitten drin war in dieser faszinierenden Geschichte um zwei ungleiche Brüder (der unbeherrschte, zu Gewaltausbrüchen neigende Tanner und der clevere, besonnene Toby), die mehrere Filialen einer regionalen Bank überfallen, um von dem erbeuteten Geld das Hypothekendarlehen abzulösen, das auf dem Grundstück ihrer verstorbenen Mutter lastet. Der Grund dahinter sind keine nostalgischen Gefühlsaufwallungen sondern rein wirtschaftliche Interessen, denn auf dem Grundstück wurde eine Ölquelle entdeckt, die nun darauf wartet, ausgebeutet zu werden. Symmpathischerweise wollen die beiden das Geld jedoch nicht für sich. Vielmehr soll damit der Lebensstandard von Tobys Söhnen gesichert werden.

Dabei gelingt es Mackenzie, Verständnis für das Anliegen der Bankräuber beim Zuschauer zu wecken, ja, man ist fast versucht, ihnen die Daumen zu drücken, dass alles gut gehen möge, zumal die beiden – zumindest zu Beginn – sehr behutsam vorgehen und genau darauf achten, niemanden zu verletzen. Dafür dass die Sichtweise nicht zu einseitig wird, sorgt die ebenfalls sehr detaillierte Darstellung der Gegenseite. Texas-Ranger Hamilton, der wenige Tage von seiner Pensionierung entfernt ist, und sein Partner Parker, der sich aufgrund seiner indianischen Abstammung ständigen Frotzeleien seines Kollegen ausgesetzt sieht, nehmen die Verfolgung auf.

Aus dieser Konstellation entwickelt der schottische Regisseur ein fesselndes Katz-und-Mausspiel, das weniger von den sparsam eingesetzten Actionszenen als vielmehr von den detailliert gezeichneten Charakteren und der sorgsam ausgearbeiteten Dramaturgie lebt. Dabei steigt die Spannungskurve kontinuierlich an, wobei man als Zuschauer natürlich schon früh ahnt, dass die Situation früher oder später eskalieren wird. Die großartigen Darsteller dürfen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, insbesondere Jeff Bridges liefert eine mitreißende Vorstellung ab. In Kombination mit den pointierten Dialogen und dem äußerst gelungenen Score, für den Nick Cave verantwortlich zeichnet, ergibt sich ein faszinierender Mix aus Western und Roadmovie, der mich regelrecht begeisterte.

Angesichts dieser Qualitäten gelingt es auch leicht, über die wohlfeile Kapitalismus-Kritik hinwegzusehen, die sich bei dem Thema natürlich geradezu aufdrängt. Die beiden Brüder verkörpern dabei eine Art modernen Robin Hood, der den geldgierigen, skrupellosen Banken das Geld abnimmt, das sie den armen Kunden zuvor abgepresst haben, die ihnen natürlich schutzlos ausgeliefert sind. So weit, so billig. Immerhin lässt Mackenzie seinem sozialistischen Gedankengut nur hin und wieder freien Lauf und reitet nicht penetrant darauf herum. Und so kann man als Zuschauer angesichts der ansonsten vielfältig vorhandenen Qualitäten des Films mit einem gönnerhaften Schmunzeln darüber hinweg sehen.

Gut gelungen auch das Ende, in dem es zur finalen Konfrontation zwischen dem inzwischen pensionierten Hamilton und Toby kommt. Hamilton kennt natürlich die Wahrheit, sieht sich aber mangels Beweisen nicht in der Lage, Toby ans Messer zu liefern. Und so zieht er desillusioniert von dannen. Toller Film!

31 Oktober 2017

KING ARTHUR: LEGEND OF THE SWORD (Guy Ritchie, 2017)

Schon in den ersten Minuten wird einem klar, dass man einem Guy-Ritchie-Film beiwohnt. Der eigenwillige Stil des Briten, der u. a. von zahlreichen Jump-Cuts und hektisch geschnittenen Dialogen gekennzeichnet ist, ist von Anfang an erkennbar, will aber nicht recht zum Thema des Films passen. Wobei ohnehin klar war, dass Ritchie nicht einfach nur die Artus-Sage nacherzählen würde, sondern ein buntes Potpourri aus Elementen der Vorlage und zusätzlichen Ideen bieten würde. Insbesondere der mythische Teil der Geschichte wurde stark ausgedehnt und um zahlreiche zusätzliche Elemente ergänzt, was sich jedoch nicht unbedingt positiv bemerkbar macht. Und angesichts der gigantischen Elefanten, mit denen Mordreds Männer zu Beginn des Films Camelot angreifen, beschleicht einen der Gedanke, die Drehbuchschreiber hätten sich an der ein oder anderen Stelle von Jacksons Lord of the Rings inspirieren lassen.

Auf der Habenseite stehen das hohe Erzähltempo, die dynamische Inszenierung und der gelungene Score, der modern und zeitgemäß klingt, sich dabei aber auch Versatzstücken mittelalterlicher Klänge bedient, wobei die Handlung eigentlich gar nicht im Mittelalter angesiedelt ist, sondern viel früher. Passt aber irgendwie trotzdem ganz gut. Zudem gibt Charlie Hunnam in der Titelrolle einen durchaus charismatischen Anführer, der – so viel Klischee muss sein – natürlich erst seine eigenen Zweifel und Ängste überwinden muss, bevor er das Schwert Excalibur und die Macht, die es verleiht, kontrollieren kann. Jude Law mimt dabei einen herrlich fiesen Gegenspieler, der vor keiner Gräueltat zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen.

King Arthur: Legend of the Sword ist nicht zuletzt aufgrund seiner überschaubaren Laufzeit ein recht kurzweiliger Film, der ganz ordentlich unterhält, ohne dabei nachhaltig beeindrucken zu können. Jedenfalls nicht so, dass eine Fortsetzung gerechtfertigt wäre, wobei die Gestaltung des Titels ja genau dies nahelegt. Nettes Popcorn-Kino für den anspruchslosen Filmfreund, mehr nicht.

24 Oktober 2017

7 DÍAS EN LA HABANA (diverse Regisseure, 2012)

Sieben kleine Geschichten, jeweils inszeniert von einem Regisseur: das Konzept ist nicht neu, ist aber ohne Zweifel ein adäquates Mittel, ein lebendiges Portrait einer Stadt zu zeichnen. Wie meist bei solchen Filmen fällt die Qualität der einzelnen Arbeiten, die hier jeweils einen Wochentag repräsentieren, unterschiedlich aus. Während drei davon jeweils aus der Sicht eines Ausländers erzählt werden, der sich aus unterschiedlichsten Gründen vorübergehend in der Stadt aufhält, konzentrieren sich die anderen hauptsächlich auf einheimische Figuren und bringen dadurch dem Zuschauer einen Teil des alltäglichen Lebens in der kubanischen Metropole näher. Besonders gelungen ist dies in der Episode „Cecilias Versuchung“, die die in Havana herrschende Armut thematisiert und die daraus entstehende Versuchung, dieses Leben hinter sich zu lassen und das Glück in Europa – in diesem Fall Spanien – zu suchen. Auch „Bittersüß“ greift das Thema Armut auf und zeigt einen ebenso ereignisreichen wie hektischen Tag im Leben der Psychologin Mirta, die aufgrund ihrer Fernsehauftritten zwar landesweit bekannt ist, sich aber dennoch mit mehreren Jobs finanziell über Wasser halten muss. 

Die letzte Geschichte „Der Brunnen“ betont vor allem die Solidarität und den Zusammenhalt der Menschen. Weil der durchgeknallten Martha in ihren Träumen die heilige Jungfrau erschienen ist, will sie ihr unbedingt ein Denkmal bauen. Ihre Freunde und Nachbarn setzen alle Mittel in Bewegung, trotz nicht vorhandener finanzieller Mittel die notwendigen Baustoffe zu beschaffen.  Auffällig ist die heitere Grundstimmung, die die Mehrzahl der Geschichten verbreitet, obwohl die Lebensumstände der Protagonisten alles andere als erfreulich sind. Von der Lebensfreude der Kubaner lässt sich selbst der griesgrämige serbische Regisseur Emir Kusturica anstecken, der sich in der betreffenden Episode selbst spielt und den die musikalischen Talente seines Taxifahrers bald seine privaten Probleme vergessen lassen. Wie ein Fremdkörper wirkt hingegen die bewusst provokante Arbeit des Franzosen Gaspar Noé, der eine Art Teufelsaustreibung zeigt, in der versucht wird, einem jungen Mädchen seine lesbischen Neigungen auszutreiben. Und auch mit Elia Suleimans Erzählung wurde ich nicht warm, in der der palästinensische Regisseur sich selbst verkörpert und ziellos in Havana umherirrt, während er auf einen Termin mit Fidel Castro wartet, der aber lieber eine endlos lange Rede vor seinen Anhängern hält. Ansatzweise fühlt man sich hier an Luis Buñuel erinnert, letztlich langweilt man sich aber einfach nur.

Unter dem Strich ist 7 días en La Habana ein recht unterhaltsamer Film, der dem Zuschauer interessante Einblicke verschafft und ein differenziertes Bild der kubanischen Gesellschaft vermittelt, das zumindest auf mich als Außenstehenden weitgehend authentisch wirkt. Dazu gehört auch Kritik am Kapitalismus der westlichen Welt, die jedoch nur unterschwellig und niemals penetrant geäußert wird.

30 September 2017

ALIEN: COVENANT (Ridley Scott, 2017)

There have been a few updates since your day.

Nach dem in meinen Augen außerordentlich gelungenen Prometheus waren meine Erwartungen an die Fortsetzung entsprechend hoch. Die entgegen den ursprünglichen Plänen getroffene Entscheidung, sich inhaltlich und optisch wieder mehr dem ersten Alien-Film anzunähern, findet nicht meine ungeteilte Zustimmung. Dabei ging nämlich die mystische Komponente größtenteils verloren, die den Vorgänger auszeichnete. Statt mehr über die Xenomorphe zu erfahren, hätte ich mir weitere Informationen über die Engineers gewünscht, diese ebenso rätselhafte wie faszinierende Rasse. Doch obwohl diese Erwartungen letztlich nicht erfüllt wurden, ist Alien: Covenant ein rundum stimmiger und sehr gelungener Film geworden, der quasi die Lücke zwischen Prometheus und Alien schließt.

Die Story mutet wie eine wilde Zusammenstellung von Komponenten aus Frankenstein, Blade Runner und eben Alien an, deren zentrales Thema die Auflehnung gegen den eigenen Schöpfer bildet, wobei der Androide David hier Schöpfer und Kreatur in einer Person vereint. Dabei stand Michael Fassbender vor der Herausforderung, zusätzlich noch den Androiden Walter zu spielen, ein weiterentwickeltes Modell des Prototypen David, der den Menschen, denen er dienen soll, gegenüber loyal ist. Die Doppelrolle meistert er mit Bravour, und so ist es vor allem sein nuanciertes Spiel, das zu den großen Stärken des Films zählt.

Die Idee, im Vorfeld des Kinostarts zwei Teaser in Form von Prologen über die Videoplattform youtube zu veröffentlichen, ist durchaus originell. Und zumindest der zweite Kurzfilm, The last Supper, ist eine sinnvolle Ergänzung der Geschichte, hilft er doch dabei, die Besatzungsmitglieder der Covenant besser kennen zu lernen. Und die Aussage des Captain Branson, dass er sich ausgebrannt fühle, ist angesichts des Schicksals, das ihn zu Beginn des Hauptfilms ereilt, natürlich sehr treffend.

Die Settings sind nicht ganz so beeindruckend wie beim Vorgänger ausgefallen, was auch daran liegt, dass Planet IV der Erde von den Bedingungen sehr ähnlich sein soll und durch seine Bewohner vor ihrer Auslöschung bereits kultiviert worden war. Der Handlungsstrang dort folgt dann vorwiegend dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip, indem die Crew nach und nach immer weiter durch die Xenomorphe dezimiert wird. Die Actionszenen sind rasant inszeniert und werden recht dosiert eingesetzt. Und gerade wenn man denkt, es wird doch noch alles gut, hält das Finale noch einen letzten fiesen Nackenschlag bereit.

04 September 2017

SILENCE (Martin Scorsese, 2016)

Eine schwierige Sache, das mit Scorseses neuestem Werk. Dass das Projekt für den Katholiken Scorsese, der selbst in seiner Jugend eine Jesuitenschule besucht hat und ursprünglich plante, Priester zu werden, eine Herzensangelegenheit war, kann man sich gut vorstellen. Wenn jemand ein Projekt über 25 Jahre lang verfolgt, kann man schon von einer Art von Besessenheit sprechen. Mir hingegen fiel es schwer, als jemand, der mit Kirche und Religionen überhaupt nichts anzufangen weiß, Zugang zu dem Film zu finden.
     
Beeindrucken kann Silence vor allem mit den tollen Landschaftsaufnahmen, insbesondere der rauen Küste Taiwans, die hier das historische Japan abbilden soll. Verantwortlich für die grandiosen Bilder zeichnet der Mexikaner Rodrigo Prieto, mit dem Scorsese bereits bei The Wolf of Wall Street zusammengearbeitet hat. Wie der Filmtitel nahelegt, ist die musikalische Untermalung äußerst spärlich ausgefallen und meist kaum wahrnehmbar bis nicht vorhanden. Diesbezüglich vermisst man auch nichts, das starke Rauschen des Windes und das Peitschen der Wellen sind Soundkulisse genug. Auch Sets und Kostüme sind ohne Abstriche hervorragend und tragen ihren Teil dazu bei, dass die Atmosphäre während der japanischen Isolation perfekt eingefangen wurde.

Die Handlung als solche ist relativ belanglos: zwei jesuitische Pater reisen von Portugal nach Japan, um ihren Mentor Pater Ferreira zu finden, der seit geraumer Zeit verschwunden ist und Gerüchten zufolge dem Glauben entsagt haben soll. In Japan angekommen, sehen sie sich sofort der Verfolgung durch die Inquisitoren des Kaisers ausgesetzt und müssen sich wie Tiere verstecken.

Wie gesagt: mit Religionen kann ich nichts anfangen. Somit hatte ich von Beginn an Probleme, mich mit den Protagonisten zu identifizieren, zumal es sich um verblendete Spinner handelt, die – wie alle religiösen Fanantiker – den eigenen Glauben als den einzig wahren und seligmachenden ansehen. Dabei wird einer der beiden, Rodrigues (dem anderen wird irgendwann durch die Inquisition der Garaus gemacht), beinahe zur Jesusfigur stilisiert und dem angeblichen Sohn Gottes dabei auch optisch immer ähnlicher. Dadurch dass die Handlung aus seiner Sicht erzählt wird, ist der Blickwinkel auf den Konflikt sehr einseitig, und Scorsese tut über lange Zeit wenig, um diesen Eindruck zu korrigieren. Erst in der zweiten Hälfte des Films werden die Motive der Gegenseite thematisiert und dadurch Verständnis für ihren Standpunkt geweckt. Ganz abgesehen davon, dass auch die Inquisition der katholischen Kirche jahrhundertelang Andersgläubige verfolgte, folterte und tötete, was in dem Film natürlich mit keinem Wort erwähnt wird. Da verwundert es nicht, dass die Uraufführung im Vatikan stattfand und Scorsese sogar beim Papst vorsprechen durfte. Bessere Propaganda für die eigene Sache konnte man sich dort kaum wünschen.

Den rationalen Gegenpol zu dem besessenen Rodrigues bildet der durch die Inquisition geläuterte Pater Ferreira, der von Liam Neeson gewohnt charismatisch verkörpert wird. Diesem gelingt es schließlich, Rodrigues davon zu überzeugen, der Form halber von seinem Glauben abzulassen. Dass es sich dabei nur um ein Lippenbekenntnis handelt, belegt die letzte Szene, in der Rodrigues‘ Witwe dem Verstorbenen noch heimlich ein Kruzifix zusteckt, bevor er verbrannt wird. 
     
Silence hat – wie vorstehend beschrieben – durchaus seine Stärken. Als historisches Sittengemälde funktioniert er ganz ausgezeichnet. Inhaltlich hingegen hat er - zumindest für nicht religiöse Menschen - wenig zu bieten, zumal die Laufzeit mit rund 160 Minuten auch recht stattlich ausgefallen ist. Durchhaltevermögen ist gefragt. So bleibt unter dem Strich ein zwiespältiger Eindruck.

31 August 2017

RESIDENT EVIL: THE FINAL CHAPTER (Paul W. S. Anderson, 2017)

Knapp zwei Jahre ist es her, dass ich die Resident-Evil-Reihe einer Sichtung unterzogen habe. Nachdem mich die beiden letzten Beiträge der Reihe nicht völlig überzeugen konnten, war ich skeptisch, inwieweit Anderson es gelingen würde, die Serie zu einem guten Abschluss zu bringen. Die gute Nachricht vorne weg: Milla Jovovich sah noch nie so gut aus. Und auch sonst gibt es wenig auszusetzen an Andersons neuestem Werk. Die erste Hälfte ist sehr actionbetont und gibt dem Zuschauer kaum die Möglichkeit Luft zu holen, während in der zweiten Hälfte die offenen Enden der Geschichte zusammen geführt werden. Dabei gelingt es Anderson,  das sich über die bisherigen 5 Teile der Reihe immer wilder entwickelnde Storygeflecht zu einem insgesamt stimmigen und schlüssigen Abschluss zu bringen. Bemerkenswert dabei: die Aufzählung der globalen Probleme, die die Übervölkerung der Welt mit sich bringt, sind für jeden offenbar, und so ist der von Dr. Isaacs angestrebte Lösungsansatz, so perfide und extrem er in seiner Ausprägung auch sein mag, letztlich sogar nachvollziehbar.

Die musikalische Untermalung lag in den kompetenten Händen Paul Haslingers, der bereits die Underworld-Reihe mit seinen Klangteppichen veredelte, und auch hier erstklassige Arbeit abliefert. Und dass Anderson rasante Action perfekt in Szene setzen kann, hat er in der Vergangenheit oft genug bewiesen. Ich jedenfalls hatte meinen Spaß mit dem offziellen Abschluss der Reihe. Wobei das Ende ja immerhin noch die Möglichkeit offen lässt, dass doch noch weitere Teile folgen könnten...

30 Juli 2017

THE GREAT WALL (Zhang Yimou, 2016)

The Great Wall bietet eine etwas eigenwillige Mischung aus Historienepos und Fantasy, das vom chinesichen Meister-Regisseur gekonnt in Szene gesetzt wurde. Zhang Yimous atemberaubende Bildersprache ist natürlich auch hier der eigentliche Star des Films und letztlich leider auch der einzige Grund, sich diesen anzuschauen. Die dünne Story, an der lustigerweise gleich ein ganzes Heer an Autoren mitgewirkt hat, ist nicht der Rede wert und so vorhersehbar wie nur was. Darstellerisch wird immerhin solide Kost geboten. Matt Damon und Pedro Pascal, der bisher vorwiegend TV-Serien gedreht hat, machen ihre Sache nicht schlecht und Willem Dafoe kann in der Rolle des hinterhältigen Ballard überzeugen. Die weibliche Hauptrolle wurde mit der mir bis dato unbekannten Chinesin Tian Jing besetzt, die eine starke Präsenz hat und sehr überzeugend agiert.

Auch wenn man bei der Erschaffung der Tao Tei auf CGI zurückgegriffen hat, setzt Zhang wie bie seinen bisherigen Filmen in den Massenszenen ansonsten auf echte Menschen, was naturgemäß einen viel gewaltigeren Eindruck hinterlässt als die sonst üblichen CGI-Horden. Ich glaube, ich erwähne das in jedem Text zu Filmen, in denen Massenszenen vorkommen, aber ich erfreue mich einfach immer wieder an solchen Szenen, wenn echte Menschen zum Einsatz kommen. Früher Standard, heute leider eher die Ausnahme. Zumal Zhang auch hier wieder auf kräftige Farben setzt und auch damit einen angenehmen Gegenpart zu dem heutzutage üblichen Color-Grading bildet. Diese Massenszenen - sowohl bei den zahlreichen Kämpfen als auch bei den übrigen Szenen wie beispielsweise der Beerdigung General Shaos - sind die Highlights des Films und lassen einen die wenig gehaltvolle Story schnell vergessen. 

Zhang Yimou hat ohne Zweifel viele Filme gemacht, die weitaus besser sind als The Great Wall. Für 100 Minuten kurzweilige Unterhaltung reicht es dennoch.

12 Mai 2017

ROGUE ONE (Gareth Edwards, 2016)

Rebellions are built on hope.

Gareth Edwards konnte mich mit seinen beiden bisherigen Spielfilmen, dem mäßig unterhaltsamen Monsters und dem grottenschlechten Godzilla nicht gerade begeistern. Insofern war ich etwas skeptisch, inwieweit er die richtige Wahl für das erste offizielle Star-Wars-Spin-Off sein würde. Meine anfänglichen Zweifel wurden jedoch schnell zerstreut.  

Wie allseits bekannt, erzählt Rogue One die Vorgeschichte zu Episode IV, also davon, wie die Baupläne des Todessterns in die Hände der Rebellen gelangten. Und obwohl die Protagonisten allesamt unbekannt sind und in den bisherigen Filmen der Reihe nicht vorkommen, stellte sich doch schnell das Gefühl ein, einem echten Star-Wars-Film beizuwohnen. Dafür sorgen nicht nur die bekannten Settings, Figuren und Raumschiffe, sondern auch zahlreiche weitere Referenzen für diejenigen, die mit den übrigen Filmen vertraut sind. Sei es der „Walrus-Man“ (Ponda Baba) samt Begleiter, der in einer kurzen Szene zu sehen ist und in Episode IV zu einem wenig ruhmreichen Auftritt in der Bar in Mos Eisley kam, das Schachspiel mit den kleinen Monstern, das auch später von Chewie im Millenium Falcon gespielt wird, etc. Und auch Darth Vader ist natürlich mit von der Partie, wobei sich seine Präsenz auf einige kurze, dafür aber umso bedrohlicher wirkende Auftritte beschränkt.

Bezüglich des Looks orientierte man sich glücklicherweise an den alten Filmen und ignorierte den Hochglanz-Look der Episoden I bis III. Und so passt sich Rogue One schon rein optisch nahtlos ein und wirkt als Prequel authentischer als die Vorgenannten. Auch die Herausforderung, eine schlüssige Story um die Entwendung der Todesstern-Pläne zu entwickeln, wurde gut gemeistert. Die Geschichte wirkt durchaus glaubwürdig und passt gut in den Gesamtkontext, zumal nun endlich eine Frage zufriedenstellend beantwortet wird, die der aufmerksame Kinogänger sich schon anno 1977 gestellt hat, nämlich wie es passieren konnte, dass eine derart aufwändig und perfekt konstruierte Raumstation wie der Todesstern eine solche Schwachstelle aufweisen konnte. Nun weiß man es endlich. Die Inszenierung ist relativ actionlastig und orientiert sich damit stärker an Return of the Jedi als an den Episoden IV und V. Auch der Humoranteil wurde (glücklicherweise) stark reduziert. Die Wirkung der Macht wird kaum thematisiert, was aber ebenfalls passt, denn zu Beginn von Episode IV ist eben jene ja ziemlich in Vergessenheit geraten, weil es dank Order 66 so gut wie keine Jedi mehr gibt. 

Die kleine Rebellengruppe, die im Zentrum der Handlung steht, ist bunt gemischt und die Zusammenstellung erkennbar von dem Bemühen geprägt, jeder Figur ein Wiedererkennungsmerkmal zu verpassen. Dies ist gut gelungen und selbst die Einbindung eines Droiden funktioniert völlig problemlos. Der wuchtige und irgendwie etwas unheimliche K-2SO, ein umprogrammierter Wachroboter des Imperiums, ist eine der interessantesten künstlichen Geschöpfe des Star-Wars-Universums. 

Ein besonderes Lob gebührt den Machern für die „Wiederbelebung“ Peter Cushings als Gouverneur Tarkin mittels motion-capturing. Die Wirkung ist einfach phänomenal und die entstandenen Bilder wirken täuschend echt. Man könnte meinen, die Szenen seien tatsächlich von dem vor knapp 25 Jahren verstorbenen Briten gespielt worden, wozu sicherlich auch die Tatsache beiträgt, dass Cushing schon zu Lebzeiten den optischen Eindruck einer wiederbelebten Leiche vermittelte. Jedenfalls bereiteten mir die Szenen mit ihm große Freude. Bei Carrie Fisher als Prinzessin Leia verpufft der Effekt hingegen etwas, was aber auch an der kurzen Screentime liegt. Dennoch trägt die Szene zu einem fast nahtlosen Übergang zwischen dem Ende von Rogue One und dem Beginn von Episode IV bei. 

Gibt es auch etwas Negatives über Rogue One zu berichten? Wenn man kritisch sein will, könnte man sagen, dass die Rebellen um Jyn Erso nicht die Magie entfalten wie seinerzeit Luke Skywalker, Prinzessin Leia und Han Solo. Das stimmt zwar, ist aber irgendwie auch etwas unfair. Außerdem empfand ich die Gegenseite (das Imperium) ohnehin immer als die Faszinierendere, und deren Wirkung ist nach wie vor ungebrochen. Wenn etwa Darth Vader auftaucht, begleitet von den typischen Geräuschen seiner Beatmungsmaske, hält man immer noch in Ehrfurcht die Luft an – genau wie vor 40 Jahren. Und mein inzwischen recht fortgeschrittenes Alter trägt zu der Erkenntnis bei, die Rebellengruppe ganz ohne Verklärung als das zu sehen, was sie schon 1977 war: eine Bande skrupelloser Terroristen, die weder vor Attentaten noch Terroranschlägen zurückschreckt. Natürlich machen sie hehre Ziele für ihre Taten geltend, doch macht das nicht jeder Terrorist? Die Daumen drückt man ihnen natürlich trotzdem.

29 April 2017

ELLE (Paul Verhoeven, 2016)

Der Niederländer Paul Verhoeven, der zu meinen Lieblingsregisseuren zählt, hat sich in den letzten Jahren rar gemacht, was einerseits auf zahlreiche Probleme bei der Realisierung seiner geplanten Projekte zurückzuführen ist, nicht zuletzt vermutlich aber auch mit seinem fortgeschrittenen Lebensalter zusammenhängt. Elle ist erst sein dritter Film in den letzten 15 Jahren, wobei ich den experimentellen Steekspel aus Furcht vor einer Enttäuschung immer noch nicht gesehen habe. 

Die Handlung - erfolgreiche Unternehmerin wird von einem maskierten Eindringling vergewaltigt und versucht auf eigene Faust den Täter zu ermitteln - lässt zunächst einen klassischen Thriller vermuten. Doch wer Verhoeven kennt, der weiß natürlich, dass ihn bloßer Nervenkitzel nicht interessiert. Und so entpuppt sich Elle schon bald als komplexe Studie über eine willensstarke Frau, die es aufgrund ihrer traumatischen Kindheit gewohnt ist, Probleme selbst zu lösen, statt auf die Hilfe Dritter, wie beispielsweise der Polizei zu vertrauen. Obwohl Michèle in ihrem Alltag mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert ist und ihr Leben zum Teil etwas chaotisch verläuft, vermittelt sie durch ihre burschikose Art zumindest oberflächlich das Gefühl, jederzeit alles unter Kontrolle zu haben.  Da ist die heimliche Liebesaffäre mit dem Partner ihrer besten Freundin, die neue Freundin ihres Ex-Mannes, an dem sie noch immer hängt, ihr unreifer Sohn, der Vater wird und sich gegenüber seiner Freundin nicht behaupten kann, ihre psychopathische Mutter, die ihren jungen Liebhaber heiraten will, der gutaussehende Nachbar, bei dem ihre Avancen nicht recht zu verfangen scheinen, ihr aufmüpfiger Mitarbeiter, der vor versammelter Belegschaft die Auseinandersetzung mit ihr sucht, usw. Das alles steht unter dem dunklen Schatten der Vergangenheit: das ungeklärte Verhältnis zu ihrem Vater, der vor 40 Jahren in einem Amoklauf 27 Menschen tötete und seither im Gefängnis sitzt, ohne dass sie ihn jemals besucht hat.

Wie der Filmtitel ("elle" ist das französische Wort für "sie") schon vorgibt, konzentriert Verhoeven sich ganz auf seine Protagonistin. Es gibt kaum eine Szene ohne sie, sie ist die zentrale Figur, die all die kleinen Geschichten zusammenführt. Isabelle Huppert sieht nicht nur toll aus, sondern glänzt zudem mit einer der besten Vorstellungen ihrer Karriere und verleiht der Figur der Michèle eine faszinierende Persönlichkeit.

Eine der größten Stärken von Elle ist es, dass die Handlung nie vorhersehbar ist. Die Erwartungshaltung des Zuschauers wird konsequent unterlaufen und man weiß nie, was als nächstes geschieht. Michèle trägt fraglos psychopathische Züge und ihre Handlungen wirken nicht immer rational. Am Ende schafft sie es jedoch, alle Probleme zu lösen und sich Stück für Stück selbst zu befreien, wobei dies teils ihrer Initiative, teils auch nur den Umständen zuzuschreiben ist. So erhängt sich ihr Vater in seiner Zelle kurz nachdem er erfahren hat, dass sie ihn zum ersten Mal besuchen will, und löst damit den inneren Konflikt Michèles, der sie über all die Jahre belastet hat. Am Ende hat sie ein gutes Stück mehr Ordnung in ihr Leben gebracht, und selbst ihren Vergewaltiger ist sie in der ihr eigenen Art losgeworden. Emanzipation der etwas andere Art.

Mit Elle meldet sich Paul Verhoeven auf höchst eindrucksvolle Weise zurück. Das sahen auch die Kritiker so, die den Film gleich mit einer ganzen Reihe von Preisen überschütteten. Bleibt zu hoffen, dass sich der Niederländer bis zu seinem nächsten Film nicht ganz so viel Zeit lässt. 

23 April 2017

WATERLOO ( Sergey Bondarchuk, 1970)

Give me night or give me Blücher!

Wie der Filmtitel schon erahnen lässt, stellt Waterloo die Herrschaft der hundert Tage in den Mittelpunkt der Erzählung und insbesondere natürlich die berühmte Schlacht, die die endgültige Niederlage Napoleons bedeutete. Die Handlung beginnt mit der Abdankung des Kaisers und der anschließenden Verbannung nach Elba. Napoleons Flucht und seine Machtergreifung werden relativ zügig abgehandelt, bevor dann die Vorbereitung für die große Schlacht in den Mittelpunkt rückt.

Die Regie hat seinerzeit der Russe Sergey Bondarchuk übernommen, den man vor allem mit der filmischen Umsetzung des Tolstoi-Romans Krieg und Frieden in Verbindung bringt. Waterloo inszenierte er in der Art eines Schachspiels, in dem sich die begnadeten Strategen Napoleon und der Duke of Wellington gegenüber stehen, darauf lauernd, dass der jeweils andere einen Fehler macht. Dabei gewährt er dem Zuschauer auch immer wieder Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonisten, indem er sie aus dem Off sagen lässt, was ihnen gerade durch den Kopf geht. Insbesondere der Franzose ist voller Selbstzweifel - ungeachtet seines siegessicher Auftretens seinen Leuten gegenüber - und zudem von heftigen Magenschmerzen geplagt, die es ihm zeitweise unmöglich machen, die Befehlsgewalt über die Truppen auszuüben. Doch auch Wellington ist keineswegs so siegesgewiss wie er nach außen tut, denn ihm ist auch klar, dass Sieg oder Niederlage nicht zuletzt davon abhängen, ob die preußische Armee unter Blüchers Führung rechtzeitig eintreffen wird. Es gelingt dem Film insgesamt recht gut, die herausragenden strategischen Fähigkeiten der Protagonisten herauszustellen, ohne sie dabei zu übergroßen Helden zu stilisieren.

Das Beindruckendste an Waterloo aber sind zweifellos die überwältigenden Massenszenen mit teils Zehntausenden von Statisten. Für die Dreharbeiten konnte Bondarchuk auf mehr als 15.000 sowjetische Soldaten zurückgreifen. Um das Schlachtfeld realistisch zu gestalten, wurde ein immenser Aufwand betrieben und umfangreiche Umgestaltungen der Landschaft vorgenommen. Das Ergebnis ist geradezu atemberaubend. Ich habe es an anderer Stelle schon mehrfach gesagt: egal, wie perfekt die heutzutage eingesetzten CGI sind und wie weit der technologische Fortschritt Filmemacher in die Lage versetzt, Massenszenen am Computer entstehen zu lassen: eine Schlacht mit mehreren tausend echten Menschen und lebenden Pferden ist etwas völlig anderes. Und Waterloo schöpft hier wirklich aus dem Vollen. Man ergötzt sich als Zuschauer einfach an der schieren Masse der Soldaten und bekommt ein realistisches Gefühl dafür, wie derartige Schlachten tatsächlich abgelaufen sind.

Inwieweit die Abläufe in den Details den tatsächlichen Vorkommnissen entsprechen, ist umstritten und im Übrigen für den FIlm völlig unerheblich. Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen liefern auch die beiden Hauptdarsteller Rod Steiger und Christopher Plummer, die beide in ihren Rollen vollauf überzeugen können. Insbesondere Steiger begeistert mit einer charismatischen Performance als zwischen Größenwahn und Selbstzweifeln hin- und hergerissener Anführer, der sich innerlich bewusst ist, dass er seinen Zenit längst überschritten hat.




21 April 2017

THE MAGNIFICENT SEVEN (Antoine Fuqua, 2016)

I've always wanted to blow something up.

Ich bin kein Freund von Remakes, war aber dennoch gespannt, wie Fuqua seine Neuinterpretation des Sturges-Klassikers angehen würde, der seinerseits wie allseits bekannt von Kurosawas Shichinin no samurai inspiriert wurde. Erwartungsgemäß nimmt er sich recht große Freiheiten, was die Figurenzeichnung und ihre Motive angeht. Derlei Ansätze begrüße ich bei Remakes oder Neuverfilmungen grundsätzlich, denn einen Film 1:1 nachzuerzählen, schafft in den seltensten Fällen einen Mehrwert. Selbst die Grundkonstellation ist etwas anders als bei Sturges. Während dort mexikanische Bewohner eines Dorfes von Banditen drangsaliert werden, ist es hier der böse Kapitalist Bartholomew Bogue, der ein Dorf in Minnesota terrorisiert und die Bewohner dazu zwingt, unter miserablen Bedingungen und gegen einen Hungerlohn in seinen Goldminen zu arbeiten. Das Proletariat erhebt sich schließlich, und um nur ja kein Klischee auszulassen ist es natürlich eine tapfere Witwe, die den von persönlichen Rachemotiven getriebenen Kopfgeldjäger Sam Chisolm anheuert. Dieser stellt flugs eine bunt gemischte Multi-Kulti-Truppe zusammen, in der nahezu alle Kulturen vertreten sind, deren Auftauchen im Wilden Westen anno 1879 halbwegs plausibel erscheint - frei nach Marx: Revolverhelden aller Länder, vereinigt euch!

Stilistisch pendelt Fuqua dabei irgendwo zwischen Comic und dem Italo-Western. So wirkt beispielsweise die sorgsam eingeleitete Zuspitzung mit vielen Close-Ups auf die Gesichter der Protagonisten in der Szene, in der die Sieben auf den korrupten Sheriff und seine Deputies treffen, wie eine Verbeugung vor dem italienischen Großmeister Sergio Leone. Mit dem klassischen Western, zu deren Vertretern ja auch die 60er Version zählt, hat der Amerikaner hingegen - kaum überraschend - nicht viel am Hut. Seine größte Stärke, nämlich mitreißende Action makellos zu inszenieren, kommt besonders in dem ausgedehnten Showdown zur Geltung, der keine Wünsche offen lässt und für die ein oder andere Länge im Vorfeld entschädigt. Hier werden wirklich alle Register gezogen und ein wahres Feuerwerk abgebrannt.

Unter dem Strich ist The Magnificent Seven ein recht unterhaltsamer Film geworden, der mit soliden Darstellern und grandios inszenierter Action aufwarten kann. Fuqua liefert das, was man von ihm erwarten konnte, und für zwei kurzweilige Stunden reicht das allemal.

28 März 2017

JANE GOT A GUN (Gavin O'Connor, 2015)

Western mit starken Frauen in der Hauptrolle gibt es nicht allzu viele – Grund genug, um JANE GOT A GUN mit gewisser Vorfreude entgegen zu blicken.

Die Produktion des Films, der ursprünglich zwei Jahre früher veröffentlicht werden sollte, war mit diversen Schwierigkeiten verbunden, was dazu führte, dass sich die Arbeiten über mehrere Jahre hinzogen. Auch wenn es für die Beteiligten sicher alles andere als lustig war, ist es schon amüsant zu lesen, welche namhaften Darsteller in der Zwischenzeit gehandelt, angekündigt und letztlich doch nicht verpflichtet wurden. Und auch der Regieposten blieb von den Wechseln nicht verschont. Doch auch die endgültige Besetzung kann sich sehen lassen, sind doch neben Natalie Portman u. a. Ewan McGregor und der charismatische Joel Edgerton zu sehen.

Die Darsteller sind dann auch eine der Stärken des Films, der ansonsten nur in Teilbereichen zu überzeugen weiß. Dies liegt vor allem daran, dass es sich mehr um ein traditionelles Familiendrama inklusive glücklicher Zusammenführung am Ende handelt, als um einen actiongeladenen Western, den der Titel suggeriert. Die titelgebende Figur der Jane ist eine Frau zwischen zwei Männern, die mehr von ihrer Vergangenheit gequält wird als von den aktuellen Geschehnissen. Das ist zumindest der Eindruck, der sich bei der Sichtung aufdrängt. Unterstrichen wird dies durch die zahlreichen Rückblenden, die dem Zuschauer eine epische Tiefe vorgaukeln, die die im Grunde genommen recht simple Handlung einfach nicht hat. Hinzu kommt, dass die Zeitsprünge den Erzählfluss merklich hemmen und dadurch etwas anstrengend wirken.

Positiv zu erwähnen sind in jedem Fall die schönen Aufnahmen der kargen Landschaft New Mexicos und der gelungene Score, der jedoch bisweilen mehr Dynamik vermittelt als die Handlung zu bieten vermag. Selbst die Belagerungssituation auf Janes Farm, die eigentlich das Potential für einen spannungsgeladenen Showdown gehabt hätte, wird relativ schnell und wenig spektakulär abgehandelt. Da fragt man sich schon, warum hier über 60 Minuten lang ein großes Bedrohungsszenario entwickelt wird, das dann innerhalb von wenigen Minuten in sich zusammenfällt.

JANE GOT A GUN ist kein schlechter Film und trotz des ganzen Hickhacks in der Produktionsphase über weite Strecken durchaus gefällig anzuschauen. In erster Linie ist es aber ein Film der nicht eingelösten Versprechen, der einen ahnen lässt, dass hier unter besseren Bedingungen mehr drin gewesen wäre. So aber ist er nicht mehr als ein solider Vertreter seines Genres, an den sich in fünf Jahren niemand mehr erinnern wird.

23 Januar 2017

LONELY ARE THE BRAVE (David Miller, 1962)

Für einen kurzen Moment wähnt man sich in einem klassischen Western, wenn man Kirk Douglas mit Cowboyhut dabei beobachten kann, wie er genüsslich an seiner Zigarette zieht, doch der Motorenlärm und die Kondensstreifen der vorbeifliegenden Düsenjäger machen schnell klar, dass dies ein Trugschluss war. Und doch war der erste Eindruck nicht so falsch, denn bei dem von Douglas verkörperten Jack handelt es sich um einen Außenseiter, der in der falschen Zeit gefangen scheint. Einen festen Wohnsitz hat er ebenso wenig wie einen Ausweis. Finanziell über Wasser hält er sich mit Gelegenheitsjobs als Viehhirte. Er ist ein echter Abenteurer, der den zivilisatorischen Errungenschaften wenig abgewinnen kann und lieber auf seinem Pferd durch die Gegend reitet als ein Auto zu benutzen. Sein Versuch, seinen Kumpel aus dem Gefängnis zu befreien, mutet ebenso naiv wie albern an, doch entspricht das Vorgehen eben seiner Denkweise. Er ist ein Mann für die einfachen Lösungen. Was jedoch zunächst noch nach einem großen Spaß aussieht, nimmt spätestens dann dramatische Züge an, als Jack nach seinem Gefängnisausbruch von der gesamten Obrigkeit durch die Berge gejagt wird.

Und hier schließlich wird ihm seine Prinzipienfestigkeit zum Verhängnis. Ohne sein Pferd, das ihm ohnehin mehr Probleme bereitet als es ihm nutzt, wäre es für ihn ein leichtes gewesen, seinen Häschern in dem unzugänglichen Gelände zu entkommen, doch bringt er es nicht fertig, die Mähre im Stich zu lassen. So scheitert er letztlich an seiner selbst auferlegten Fürsorgepflicht für sein störrisches Pferd, das ihn nicht nur immer wieder aufhält, sondern ihn am Ende geradewegs ins Verderben trägt. Diese finale Szene wird lange vorbereitet und nahezu über die gesamte Spielzeit immer wieder angedeutet. LKW gegen Pferd – Repräsentanten zweier Epochen.

Sehenswert ist Lonely are the Brave vor allem wegen der herausragenden Leistung von Kirk Douglas, der hier zur absoluten Höchstform aufläuft. Die Verfolgungsjagd in den Bergen, die einen Großteil des Films ausmacht, weist übrigens einige Parallelen zu First Blood auf. Und auch die beiden Protagonisten verbindet zumindest das Gefühl, außerhalb der Gesellschaft zu stehen. Auch wenn ich Douglas' Einschätzung, dies sei sein bester Film, nicht unbedingt teile, gibt es wahrscheinlich keinen anderen, der so auf ihn zugeschnitten ist und der so von seiner eindringlichen Darstellung geprägt ist wie dieser.

18 Dezember 2016

LEGEND OF TARZAN (David Yates, 2016)

Legend of Tarzan bedient sich der Hauptfigur der vom amerikanischen Schriftsteller Edgar Rice Burroughs geschaffenen Tarzan-Geschichten, geht aber auf deren Leben im Dschungel nur in Rückblenden ein. Die eigentliche Geschichte beginnt viel später, lange nachdem Tarzan nach England zurückgekehrt ist und wieder den Titel Lord Greystoke trägt. Dabei setzte man wieder einmal auf das derzeit in Hollywood so angesagte Rassismus-Thema, und hier im speziellen die Ausbeutung der afrikanischen Ureinwohner durch den bösen weißen Mann. Dabei ist die weiße Rasse ein wahrer Ausbund an Schlechtigkeit, außer Tarzan und Jane sind alle Weißen ausnahmslos skrupellos, egoistisch und hemmungslos ausbeuterisch unterwegs. Als großer Edelmann kommt hingegen der von Samuel L. Jackson verkörperte George Washington Williams daher (kein Wunder - er ist ja auch schwarz), übrigens eine historische Figur. Und selbst der zunächst böse Stammeshäuptling Mbonga, der Tarzan aus Rache nach dem Leben trachtet, lässt sich von jenem schnell besänftigen, indem er ihm seine Motive für die Tötung von Mbongas Sohn erklärt. Von differenzierter Charakterzeichnung also keine Spur, hier gibt es nur schwarz oder weiß - im wahrsten Sinne des Wortes. Aber sei's drum!

Leider kann Legend of Tarzan auch darüber hinaus nur in Teilbereichen überzeugen. Darstellerisch ragt natürlich Jackson heraus, was aber auch das Problem beinhaltet, dass er mit seinem Charisma die eigentliche Hauptfigur eher zur Randerscheinung verkommen lässt, zumal diese vom Schweden Alexander Skarsgård recht spröde und nordisch unterkühlt dargeboten wird. Immerhin macht er dabei durch seine imposante körperliche Erscheinung eine gute Figur. Margot Robbie ist keine gute Schauspielerin, sieht aber zweifellos toll aus und bietet so einen schönen Blickfang. Und Christoph Waltz spielt die gleiche Rolle wie immer, wobei sein affektiertes Gehabe hier ganz gut zu seiner Figur passt. 

Positiv sind die gelungenen Special Effects zu erwähnen. Nahezu alle Tiere wurden digital erschaffen, was man aber - von vereinzelten Ausnahmen abgesehen (Stichwort: Leopard) - kaum bemerkt. Dazu gibt es atemberaubend schöne (digitale) Landschaftsaufnahmen und ein paar nett gemachte Actionszenen, die jedoch insgesamt sehr routiniert und wenig inspiriert wirken. Atmosphärisch ist das Ganze also durchaus stimmig, doch wirkt die Inszenierung wenig durchdacht und etwas unstrukturiert. Die zahlreichen Rückblenden stören den Filmfluss und sind eher selbstzweckhaft, als dass sie die Handlung vorantreiben.

Unter dem Strich bietet Legend of Tarzan bestenfalls durchschnittliche Unterhaltung. Da ich die Sichtung ohnehin mit geringen Erwartungen angegangen bin, hält sich meine Enttäuschung in Grenzen. Wenn man gar nicht mehr weiß, man gucken soll, kann man sich das durchaus mal anschauen. Man kann es aber genauso gut lassen.

26 November 2016

13 HOURS (Michael Bay, 2016)

You're in my world now.

Es ist jetzt nicht so, dass ich ein großer Fan von Michael Bay bin, aber atemlose Action mitreißend inszenieren - das kann er zweifellos. 13 Hours ist dafür ein gutes Beispiel. Auf unnötigen Ballast wie beispielsweise eine genauere Beleuchtung der Hintergründe oder der politischen Großwetterlage nach dem sogenannten "Arabischen Frühling" verzichtet er weitgehend. Erklärt wird nur das Notwendige, um die Situation, in der sich die CIA-Mitarbeiter befinden, dem Zuschauer näher zu bringen. Zwecks besserer Identifikation werden dann noch die familiären Gegebenheiten der Protagonisten kurz skizziert, und schon kann's losgehen.

Wer also hier eine kritische Abrechnung mit der US-Außenpolitik erwartet, ist fehl am Platz, wobei das Versagen des Außenministeriums in der Bengasi-Angelegenheit zumindest thematisiert wird. Die Leidtragenden sind die Einsatzkräfte vor Ort, die sich nach offizieller Sprachregelung gar nicht dort befinden. Kommt einem bekannt vor, folgt doch die Außenpolitik der Weltmacht seit Jahrzehnten dem immer gleichen Schema.

Das alles interessiert Michael Bay nur am Rande. Hat man die Einführung erstmal hinter sich gebracht, wird man mit einem furiosen Action-Feuerwerk belohnt, das kaum Wünsche offen lässt. Nach der Erstürmung der amerikanischen Botschaft und deren Inbrandsetzung bemüht sich das Spezialteam vergeblich um die Rettung des Botschafters. Die Inszenierung und der Erzählstil erinnern dabei frappierend an Ridley Scotts Black Hawk Down, der von der Machart ganz ähnlich ist. Auch Bay bedient sich (wenig überraschend) des seit längerem etablierten pseudo-dokumentarischen Stils, der dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, sich inmitten des Kampfgetümmels zu befinden. Das eigentliche Highlight ist jedoch die ausgedehnte Belagerungssequenz in der zweiten Hälfte des Films, in der ein Haufen islamistischer Terroristen versucht, den Stützpunkt der Amerikaner zu stürmen.

13 Hours bietet über die gesamte Spielzeit ausgesprochen kurzweilige Unterhaltung und darüber hinaus eine gute Gelegenheit, die heimische Surround-Anlage ausgiebig zu testen. Wer die Sichtung mit den entsprechenden Erwartungen angeht, wird hier bestens bedient.

12 November 2016

BLOOD FATHER (Jean-François Richet, 2016)

I'm sorry I wasn't there for you, baby.

Nach dem überraschend guten Get the Gringo darf Mel Gibson mal wieder in einer Hauptrolle ran. Wollte man böse sein, könnte man nach Gemeinsamkeiten zwischen ihm und der hier verkörperten Rolle suchen - wird diese doch mit der Teilnahme an einem Treffen der anonymen Alkoholiker eingeführt. Aber ganz so schlimm wie dem Ex-Säufer und Ex-Knacki Link hat das Leben dem echten Mel Gibson dann doch nicht mitgespielt. Aber, Spaß beiseite: Der unsagbar dämliche Filmtitel suggeriert ein zünftiges Blutbad oder zumindest eine deftige Action-Schlachtplatte, und so stellte mich mich auf ähnlich gute Unterhaltung ein, wie sie der oben erwähnte Streifen bot. 

Doch leider ist Blood Father in dieser Hinsicht eine ziemliche Enttäuschung. Etwas ansprechend inszenierte Action gibt es zwar, aber doch sehr dosiert und auf insgesamt drei Szenen verteilt.  Dazwischen wird eine nicht sehr originelle Vater-Tochter-Geschichte erzählt, die wenig Gehaltsvolles bietet. Links Wandlung vom Versager-Vater zum Super-Papi wird überwiegend recht schlüssig dargelegt, bleibt dabei aber jederzeit vorhersehbar. Überraschungen bleiben aus. Gibson spielt seine Rolle gut und hat immer noch genug Charisma, um einen Film souverän über 90 Minuten zu tragen. Und mit Michael Parks und William H. Macy kann man noch mit zwei weiteren starken Darstellern aufwarten, die immer gerne gesehen sind. Erin Moriarty als Links Tochter Lydia kann hingegen nur teilweise überzeugen.

Insgesamt bietet Blood Father allenfalls solide Unterhaltung. Man langweilt sich nicht, echte Begeisterung will sich aber auch nicht einstellen. Die beste Szene ist eigentlich noch die Eröffnungssequenz, in der die 17-jährige Lydia in einem Kaufhaus keine Zigaretten erwerben darf, weil sie keinen Ausweis vorlegen kann und somit den Altersnachweis schuldig bleibt. Der Kauf der scharfen Munition für eine Pistole im selben Laden ist dagegen kein Problem.

31 Oktober 2016

THE SHALLOWS (Jaume Collet-Serra, 2016)

Mal wieder ein Hai-Film. Hatten wir länger nicht mehr, wobei die Vertreter des Genres meist ja dem Trash-Sektor oder zumindest dem B-Movie-Bereich zuzurechnen sind. Nach Spielbergs Jaws war ohnehin alles gesagt und zugleich die Messlatte so hoch gelegt, dass sie – da lege ich mich fest – in Zukunft nie mehr erreicht werden wird. Auch The Shallows gelingt dies natürlich nicht einmal im Ansatz, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Spanier Collet-Serra derlei im Schilde führte. Für knapp 90 Minuten kurzweiliger Unterhaltung reicht es aber allemal. Dafür bürgt alleine schon die höchst attraktive Blake Lively, die zu Beginn ihren da noch makellosen Körper aufreizend in die Kamera reckt. Ganz nett auch die Idee, die modernen Kommunikationsmedien durch Bild-in-Bild-Einblendungen zu integrieren. Das wirkt zeitgemäß und fängt auch gleich die jugendliche Zuschauergruppe mit ein, sofern diese nicht männlichen Geschlechts ist und sich ohnehin an Livelys Kurven ergötzt.

Die Story ist bewusst simpel gehalten. Die junge Medizinstudentin Nancy verschlägt es beim Surfen auf der Flucht vor einem weißen Hai auf einen kleinen Felsen vor der Küste Mexikos, der mit der einsetzenden Flut für eine gewisse Zeit im Wasser versinken wird. Einige Rückblenden nutzt Collet-Serra dazu, der Figur etwas Tiefe zu verleihen. Man erfährt, dass ihre Mutter den Kampf gegen den Krebs verloren hat und dass sie den Strand, von dem sie losgesurft ist, besuchen wollte, weil ihre Mutter während ihrer Schwangerschaft dort war.

Seine Spannung bezieht der Film hauptsächlich aus der Belagerungssituation, in der Nancy sich auf dem Felsen wiederfindet. Der Hai wartet geduldig im Wasser auf sein Opfer, was zwar nicht sonderlich realistisch, aber der Spannung sehr zuträglich ist. Schnell macht sich dabei auch das niedrige Budget des Films bemerkbar, denn die verausgabten 17 Millionen Dollar haben offensichtlich nicht für anständige Special Effects gereicht. Solange man immer nur die Flosse sieht, ist alles ok, doch sobald man des Hais in voller Pracht ansichtig wird, könnte man glauben, die technische Entwicklung sei seit Spielbergs Jaws stehen geblieben. Wobei hier natürlich statt Miniaturen und Modellen CGI eingesetzt werden.

Doch sind die schwachen Effekte so ziemlich das Einzige, was man The Shallows vorwerfen kann. Ansonsten gibt es wenig zu meckern. Das Tempo ist durchgehend hoch, die Naturaufnahmen können ebenso begeistern wie die zahlreichen Close-Ups auf Livelys Körper und ein paar gute Schockeffekte gibt es auch. Ordentliche Unterhaltung also, und mehr darf man von The Shallows auch nicht erwarten.  

29 Oktober 2016

THE NEON DEMON (Nicolas Winding Refn, 2016)

 I ate her.

Die Arbeiten von Nicolas Winding Refn lerne ich mit jedem seiner Filme mehr zu schätzen und im Laufe der Jahre hat der Däne sich zu einem meiner Lieblingsregisseure entwickelt. Dies nicht zuletzt deshalb, weil sein Œuvre inzwischen eine beachtliche Vielfalt aufweist und insbesondere seine letzten Filme eine betörend schöne Bildersprache vorzuweisen haben. Von den Kopenhagener Gangster-Geschichten, mit denen er vor zwanzig Jahren angefangen hat, über die Charakterstudie Bronson, den spirituellen Valhalla Rising und den massentauglichen Drive bis hin zu dem völlig abgedrehten Only God forgives, der für den Mainstream-Kinogänger, der Drive noch abfeierte, wie ein Schlag in die Fresse gewirkt haben muss.

Mit The Neon Demon geht er diesen Weg konsequent weiter und es fällt nicht schwer zu prophezeien, dass auch Refns neuestes Werk auf keine allzu große Gegenliebe beim Massenpublikum stoßen wird. Wie schon beim Vorgänger ist eine Story nur noch rudimentär vorhanden. Narzissmus, Neid, Gier, Eifersucht, Nekrophilie - die Liste der Themen, die  The Neon Demon beackert, ist lang und mit dieser Aufzählung noch nicht einmal vollständig wiedergegeben. Dabei produziert er wieder einmal verstörend schöne Bilder, die schnell eine Sogwirkung entfalten und zugleich faszinieren und abstoßen. Bestes Beispiel dafür ist die lesbische "Vergewaltigung" der Frauenleiche - eine Szene, die nach Filmende noch lange im Gedächtnis bleibt. Untermalt wird das Geschehen meist von sphärischen Klängen oder rhythmischem Disco-Sound, für den wieder Cliff Martinez verantwortlich zeichnet, mit dem Refn schon bei seinen letzten beiden Filmen zusammengearbeitet hat. Übrigens zählt auch Spring Breakers zu seinen Arbeiten, mit dem The Neon Demon durchaus einige Gemeinsamkeiten hat.

The Neon Demon ist ein faszinierender Trip, der die oberflächliche Welt der Models und Modeagenturen von einer ganz eigenen Seite beleuchtet und zugleich dem Wort Konsumgesellschaft eine neue Bedeutung verleiht. Dabei lotet Refn die Extreme in alle nur erdenklichen Richtungen aus und scheut vor keiner Eskalation zurück. Da ist das Ende nur konsequent. Richtig schocken kann es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

11 Oktober 2016

NERVE (Henry Joost & Ariel Schulman, 2016)

Nerve führt einem schon in den ersten Minuten gnadenlos das eigene Alter vor Augen. Nicht nur, dass man als Mittvierziger so seine Schwierigkeiten mit den zahlreichen Begriffen aus der Welt der sozialen Netzwerke hat, spielt zu allem Überfluss Juliette Lewis, die noch ein paar Jahre jünger ist als ich, die Mutter einer erwachsenen Tochter. Und auch sonst kam ich mir in den ersten Minuten fehl am Platz vor, dachte ich doch, ich hätte mich in eine Teenie-Schnulze verirrt. Zu Beginn werden jedenfalls die üblichen Ingredienzien aufgefahren und die gängigen Klischees bemüht. Die draufgängerische Sydney, der die männlichen Verehrer nur so zuzufliegen scheinen und die für einen handfesten Skandal an ihrer Highschool sorgt, weil sie bei einer Cheerleader-Veranstaltung - deren grundsätzlicher Reiz sich mir im Übrigen noch nicht erschlossen hat - ohne Höschen auftritt, dabei aber, dann doch irgendwie typisch amerikanisch-keusch nur ihr nacktes Hinterteil präsentiert, ihre hübsche, aber schüchterne Freundin Vee, die unsterblich in einen Jungen verliebt ist, sich aber nicht traut, ihn anzusprechen, etc. 

Doch die anfängliche Langeweile verfliegt spätestens in dem Moment, in dem Vee in ein berüchtigtes Online-Game einsteigt, dass die angemeldeten Nutzer in Spieler und Beobachter aufteilt. Die dahintersteckende Idee ist gar nicht so weit hergeholt, und es erscheint durchaus realistisch, dass ein derartiges Spiel einen großen Teil der Online-Welt derart in seinen Bann ziehen könnte wie im Film geschildert. Da muss man sich nur die Pokemon-Go-Hysterie anschauen, die vor einigen Monaten das deutsche Volk heimgesucht hat. Aus den anfangs recht harmlosen Herausforderungen werden schnell Spiele auf Leben und Tod, denen man sich zwar durch Aufgeben entziehen kann, doch die damit verbundene Schande will natürlich niemand auf sich nehmen.

Die Story ist im Grund genommen die gleiche, die schon Glaser vor 30 Jahren in The Running Man erzählt hat. Oder auch die Hunger Games-Reihe, die aber ohnehin nur ein Abklatsch der Bachmann-Romane ist. Wirklich Neues bietet Nerve demnach nicht, aber die Adaption an die Bedingungen der Gegenwart und die heutige Gesellschaft wissen zu gefallen. Zudem wird das rasant und ohne großen Schnickschnack erzählt. Die geradlinige Inszenierung lässt keinen Leerlauf und bleibt immer auf die Hauptfiguren fokussiert. Zum Ende hin gingen mit den Machern etwas die Pferde durch - die Sache mit der Hackergruppe, die in einer Hauruck-Aktion quasi die Kontrolle über das Netz übernimmt, war mir dann doch etwas zu viel. Das kann den positiven Gesamteindruck jedoch nicht schmälern. Allemal sehenswert.

24 August 2016

HAIL, CAESAR! (Ethan & Joel Coen, 2016)

Das aktuelle Werk der Coens beschäftigt sich mit goldenen Ära Hollywoods und ist Liebeserklärung und satirische Abrechnung zugleich. Der Anfang gestaltet sich etwas träge. Das Geschehnisse wirken beliebig aneinandergereiht und insgesamt wenig zielführend. Hail, Caesar kommt nur schwer in die Gänge, doch mit zunehmender Spieldauer finden die Brüder aus Minnesota zu ihrer gewohnten Form zurück. Die größte Stärke sind - wie so oft bei den Coens - die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere, von denen die meisten sich immer etwas ungeschickt anstellen. Die Story um eine Bande kommunistischer Verschwörer, die einen bekannten Hollywood-Star kidnappen, um Lösegeld zu erpressen, ist recht witzig und findet ihre Pointe in der Szene, in der der Chef-Verschwörer den Koffer mit dem Lösegeld ins Meer fallen lässt, weil er seinen Hund auffängt, der ihm entgegen springt. Auch darüber hinaus werden die Kommunisten als liebenswerte Trottel porträtiert, die sich ernsthaft der Marx'schen Grundidee vom besseren Menschen verpflichtet fühlen.

Die Darsteller sind wunderbar, allen voran der stets gehetzt wirkende Josh Brolin, der aber dennoch alles im Griff hat und für Coen-Verhältnisse eine erstaunlich souveräne Figur abgibt, aber auch George Clooney, der seine Rolle mit viel Selbstironie interpretiert. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Stars wie Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton oder Alden Ehrenreich zu bewundern. Selbst Dolph Lundgren ist mit von der Partie. Roger Deakins kleidet das in gewohnt schöne Bilder, die die goldenen Ära vor den Augen des Zuschauers wieder auferstehen lassen.

Hail, Caesar! gehört für meine Begriffe zwar nicht zu den Sternstunden der Coens, bietet aber gewohnt kurzweilige Unterhaltung und kann auf ganzer Linie überzeugen. Lediglich die immer wieder eingestreuten Musical-Parts fand ich etwas anstrengend.