13 Oktober 2026

LA MORT EN CE JARDIN (Luis Buñuel, 1956)

La Mort en ce jardin ist ein Abenteuerfilm klassischer Prägung, dessen Handlung in einem kleinen Bergarbeiterdort in einer nicht näher bezeichneten Militärdiktatur in Südamerika angesiedelt ist. Gedreht wurde allerdings in Mexiko. Buñuel arbeitete hier erstmals mit Michel Piccoli zusammen, mit dem er in den Folgejahren noch einige weitere Filme drehen und mit dem ihn fortan eine tiefe Freundschaft verbinden sollte. Weniger angetan war er von Simone Signoret, die hier die Nutte Djin spielt. Laut seiner Biographie gab es eine Menge Ärger mit ihr während der Dreharbeiten, weshalb Buñuel anschließend nie wieder mit ihr arbeitete.

Das Setting erinnert in seiner Ausgangsbasis etwas an Clouzots Le salaire de la peur. Die Story hingegen entwickelt sich in eine völlig andere Richtung und konzentriert sich vor allem in der zweiten Hälfte auf die Beziehungen der fünf Geflüchteten untereinander und deren zunehmende Zersetzung. Hunger, Durst und Hitze fordern ihren Tribut und resultieren in Panikattacken, Halluzinationen und stetig nachlassendem Überlebenswillen. Nur Chark, der sich schnell als Anführer der Gruppe etabliert, behält stets die Nerven. Was zunächst nach einer konventionellen Fluchtgeschichte aussieht, nimmt dann zum Ende hin eine dramatische und zumindest für mich unerwartete Wendung, auch wenn Buñuel eine solche Entwicklung in verschiedenen Szenen zuvor andeutet..

Eine interessante Randnotiz ist die Tatsache, dass Pater Lizardi dreimal seinen Willen gegen eine ursprünglich anderslautende Absicht durchsetzt und jedes Mal damit scheitert. Beim dritten Mal wird er gar erschossen. Dies lässt sich durchaus als eine von Buñuels kritischen Spitzen gegen religiöse Autoritäten interpretieren

Den poetisch anmutenden Originaltitel ersetzte man übrigens für die Veröffentlichung in Deutschland durch den ebenso platten wie reißerischen Titel "Pesthauch des Dschungels". 

Unter dem Strich ist La Mort en ce jardin ein äußerst kurzweiliger und spannender Film, der seine Geschichte über weite Strecken konventionell erzählt, zum Ende hin jedoch immer stärker Buñuels Handschrift erkennen lässt und sich dadurch deutlich von vergleichbaren Genrevertretern abhebt.

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