There are three ways of doing things around here: the right way, the wrong way, and the way that I do it.
Casino wirkt über weite Strecken wie der kleine Bruder von Goodfellas und könnte im Grunde sogar als eine Art inoffizielle Fortsetzung durchgehen, wenn auch mit anderen Figuren und einem anderen Milieu. Das liegt nicht zuletzt an den beiden Hauptdarstellern Robert De Niro und Joe Pesci, die hier erneut in ähnlich gelagerten Rollen zu sehen sind. Anders als in Goodfellas teilen sie sich sogar die Voice-over-Kommentare, während diese dort weitgehend der Figur des Henry Hill vorbehalten blieben. Auch die übrigen Darsteller wissen zu überzeugen, allen voran James Woods und Sharon Stone, die in einer ebenso herausfordernden wie mitleiderregenden Rolle zu sehen ist. Selbst Scorseses Mutter absolviert wieder einen kurzen Auftritt.
Statt auf Michael Ballhaus griff Scorsese diesmal auf Oliver Stones Stammkameramann Robert Richardson zurück. Zwar erreicht dessen Arbeit für mein Empfinden nicht ganz die Virtuosität des Deutschen, dennoch liefert auch Casino eine Vielzahl beeindruckender Bilder. Hinzu kommt die gewohnt präzise Montage von Thelma Schoonmaker, die dem Film trotz seiner enormen Laufzeit ein hohes Tempo verleiht. Wie schon in Goodfellas entsteht so eine ungemein dichte Atmosphäre, wirkungsvoll unterstützt durch zahlreiche zeitgenössische Musikstücke.
Scorsese gewährt dem Zuschauer einen faszinierenden Einblick in den von Korruption, Gier und Gewalt geprägten Mikrokosmos des Las Vegas der 1970er- und frühen 1980er-Jahre sowie in die Mechanismen, die dieses System am Laufen halten. Mich persönlich hat allerdings schon immer die starke Fokussierung auf die von Sharon Stone verkörperte Ginger gestört. Andererseits ist sie eine zentrale Figur der Handlung, da ihr Verhalten maßgeblich zum Niedergang der Protagonisten beiträgt und letztlich die Ereignisse ins Rollen bringt, die das fragile Machtgefüge zum Einsturz bringen.
Stellenweise wirkt der Film etwas zu geschwätzig, insbesondere während der ausufernden Erläuterungen zu Beginn. Im weiteren Verlauf zieht Scorsese die Spannungsschraube jedoch immer weiter an und entwickelt aus dem Aufstieg und Fall seiner Figuren eine ebenso faszinierende wie tragische Geschichte. Nicht ganz so brillant wie Goodfellas, aber dennoch ein herausragender Gangsterfilm, der eindrucksvoll zeigt, warum Scorsese zu Recht als Meister des Genres gilt.
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