20 Oktober 2026

NAZARIN (Luis Buñuel,1956)

In Nazarin machte Buñuel wieder einmal die katholische Kirche zum Ziel seines Spotts, wenn auch in sehr viel zurückhaltender und milderer Form als in seinen späteren Filmen wie Simón del Desierto oder La voie lactée. Für die Titelrolle verpflichtete er erstmals den Spanier Francisco Rabal, den er als einen seiner Lieblingsschauspieler bezeichnete. Rabal verfügte schon in jungen Jahren über die für ihn typische charismatische Ausstrahlung und die Rolle des Priesters brachte ihm den internationalen Durchbruch.

Buñuel inszeniert Nazarin als eine Art Jesusfigur, die selbstlos und mittellos durch Mexiko pilgert, um dabei Gutes zu tun und versucht, den Menschen, denen sie unterwegs begegnet zu helfen. Doch statt Dankbarkeit und Anerkennung zu erfahren, stößt Nazarín meist auf Unverständnis, Misstrauen oder offenen Spott. Dabei ist sein Handeln stets aufrichtig und moralisch integer, gleichzeitig wirken seine Versuche, den Menschen zu helfen, häufig naiv. 

Letztlich ein zwar recht unterhaltsamer, für Buñuel-Verhältnisse aber auch vergleichsweise zahmer Film. Da verwundert es kaum, dass er beinahe den Preis des katholischen Filmbüros gewonnen hätte. Zumindest behauptet der Spanier das in seiner Biographie. 

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