You're killin' yourself, the way you eat, ya fat fuck!
Robert De Niro liefert hier eine phantastische Leistung ab, die zurecht mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Auch die übrigen Darsteller können überzeugen. Scorsese arbeitete hier erstmals mit Joe Pesci zusammen, mit dem er später noch drei weitere Filme drehen sollte. Das Zusammenspiel zwischen Pesci und De Niro ist einer der größten Schauwerte des Films. Zwei Hitzköpfe, die ihre Emotionen nicht im Griff haben und bei jeder Gelegenheit ausrasten. Geradezu angsteinflößend ist die Szene, in der Joey Salvy verprügelt und schließlich dessen Kopf mit einer Autotür malträtiert.
Die exzellente Kamerarbeit von Michael Chapman kann insbesondere bei den fesselnd inszenierten Kämpfen ihre Stärken ausspielen. Die stilvollen Schwarzweiß-Bilder sind effektvoll geschnitten und präzise montiert, die Aufnahmen innerhalb des Rings machen die Kämpfe für den Zuschauer beinahe physisch erfahrbar. Insbesondere bei der Niederlage des Weltmeisters LaMotta gegen Sugar Ray Robinson glaubt man, die Schläge selbst zu spüren, was den Kampf zu einer äußerst intensiven Erfahrung macht.
Doch auch der zwischenzeitliche Gewinn des Weltmeistertitels bringt LaMotta nicht den erhofften inneren Frieden. Seine Selbstzweifel, seine Eifersucht und seine Wutausbrüche bleiben bestehen und treiben ihn immer weiter in die Isolation. So wird aus der Geschichte eines erfolgreichen Boxers die Chronik eines persönlichen Niedergangs, die schließlich im Gefängnis ihren Tiefpunkt erreicht.
Raging Bull rangiert in meiner Bestenliste der Scorsese-Filme ganz weit oben. Ein formvollendetes Meisterwerk.
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