La Fièvre monte à El Pao, der in Deutschland unter dem unsagbar dämlichen Titel "Für ihn verkauf' ich mich" veröffentlicht wurde, spielt wie schon der einige Jahre zuvor entstandene La Mort en ce jardin in einer fiktiven Militärdiktatur, die eine Insel im Atlantik nutzt, um dorthin ihre Häftlinge zu deportieren. Dabei wird unterschieden zwischen Strafgefangenen und politischen Gefangenen.
Wie beim oben genannten Vorgänger handelt es sich im weitesten Sinne um einen Abenteuerfilm, wobei der Schwerpunkt diesmal deutlich stärker auf politischen Intrigen und persönlichen Machtkämpfen liegt. Eine zentrale Rolle spielt dabei Inés Rojas, verkörpert von der äußerst charismatischen María Félix. Als Ehefrau des Gouverneurs der Insel bewegt sie sich geschickt innerhalb der bestehenden Machtstrukturen und unterhält darüber hinaus sexuelle Beziehungen zu zwei weiteren Männern, wodurch sie erheblichen Einfluss auf die Ereignisse nehmen kann.
Der Film versteht es durchaus, Spannung ausfzubauen und die Konflikte zwischen den Figuren immer weiter zuzuspitzen. Gleichzeitig vermisste ich jedoch den typischen Buñuel-Faktor. Viele seiner späteren Werke besitzen eine ganz eigene Mischung aus surrealen Einfällen, bissiger Gesellschaftskritik und schwarzem Humor. Davon ist hier wenig zu spüren. Humor sucht man vergeblich. Wenn ich es nicht gewusst hätte, wäre ich vermutlich nicht darauf gekommen, dass er hier Regie geführt hat.
Dennoch handelt es sich um einen kurzweiligen und gut gemachten Film, der vor allem von seinen interessanten Figuren und den politischen Machtspielen lebt. Kein typischer Buñuel, aber durchaus sehenswert.
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