Las Hurdes könnte man als die erste Mockumentary der Filmgeschichte bezeichnen. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine Dokumentation über das Leben der Bevölkerung in jener spanischen Region, die zur Entstehungszeit als eine der ärmsten Gegenden des Landes galt. Gezeigt wird der tägliche Kampf der Menschen ums Überleben, unterlegt von Musik und der Stimme eines Erzählers, der das Gesehene für den Zuschauer aufbereitet. Buñuel ist aber weniger an einer realistischen Darstellung interessiert, sondern konstruiert seine eigene Version der Wirklichkeit. Sei es die Ziege, die erschossen wird, um dann den Sprecher behaupten zu lassen, manchmal würden Ziegen von Felsen stürzen oder das angeblich im Sterben liegende Mädchen, dessen Zustand deutlich dramatischer dargestellt wird, als er tatsächlich war.
Normalerweise sagt mir der Humor des Spaniers sehr zu, doch mit Las Hurdes konnte ich ungeachtet seiner filmhistorischen Bedeutung wenig anfangen. Ich glaube, dass es ihm in erster Linie um ein politisches Statement ging. Die damalige republikanische Regierung in Spanien verstand Buñuels Absichten allerdings nicht. Statt den Film für sich zu nutzen, verbot sie ihn kurzerhand.
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