Klassisches Melodram um den griesgrämigen und verbitterten Don Quintín, der seine Tochter im Säuglingsalter weggegeben hat, weil er überzeugt war, nicht ihr leiblicher Vater zu sein. Kurz vor ihrem Tod gesteht ihm seine verstoßene Frau jedoch, dass sie ihn belogen hat und das Mädchen tatsächlich seine Tochter ist. Quintín setzt nun alles daran, sie wiederzufinden.
Die Geschichte ist eigentlich ganz interessant und auch nicht schlecht umgesetzt. Die immer wieder eingestreuten Tanz- und Gesangseinlagen stellten jedoch meine Geduld auf eine harte Probe. Gleiches gilt für die humoristischen Einlagen um Angelito, den Angestellten Don Quintíns, die mehr als einmal die Grenze zum Slapstick überschreiten.
Fernando Soler überzeugt hingegen als verbitterter, von Hass erfüllter Mann, der bereits beim geringsten Anlass die Beherrschung verliert und nicht selten wütend mit seinem Revolver um sich schießt. Seine Darstellung gehört zweifellos zu den größten Stärken des Films. Sehr gelungen fand ich außerdem den Übergang zwischen den 1930er Jahren und der Gegenwart, den Buñuel durch das Öffnen und Schließen einer Schranktür, gefilmt aus der Innenperspektive, realisiert.
La hija del engaño ist sicherlich kein schlechter Film, rangiert innerhalb meiner bisherigen Buñuel-Reihe jedoch auf dem letzten Platz. Zu konventionell, zu vorhersehbar und stellenweise auch einfach zu albern.
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