20 Oktober 2026

UP IN THE AIR (Jason Reitman, 2009)

Last year I spent 322 days on the road, which means I had to spend 43 miserable days at home.

Leichtfüßige Komödie, die die Einsamkeit eines sogenannten Outplacement-Beraters in den Mittelpunkt stellt. Ryan Bingham fliegt das ganze Jahr über kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten, um Menschen zu entlassen, und ist dabei - ohne es sich eingestehen zu wollen - auf der Flucht vor sich selbst und seiner Einsamkeit. Er hat weder Familie noch Freunde. Sein Leben besteht aus Hotelzimmern, Flughäfen und Vielfliegerprogrammen.

Jason Reitman inszeniert die Geschichte sehr spritzig und mit viel Esprit. Das hohe Tempo unterstreicht dabei perfekt das rastlose Leben des Protagonisten. Stilistisch erinnerte mich das doch sehr an die Filme von Steven Soderbergh, der auch des öfteren mit George Clooney zusammengearbeitet hat. Die Darsteller machen ihre Sache durchweg gut, und auch der gelungene Score trägt erheblich zur lockeren und beschwingten Atmosphäre bei.

Übrigens habe ich lange keinen Film mehr mit einem derart extremen Product-Placement gesehen. Wenn man böse sein wollte, könnte man Up in the Air auch als Werbefilm für American Airlines bezeichnen. Das tut dem Vergnügen allerdings keinen Abbruch und passt letztlich sogar ganz gut zu der von Bonusprogrammen, Kreditkarten und Geschäftsreisen geprägten Welt, in der sich Ryan bewegt.

Schließlich beginnt Ryan sich aus seiner selbst auferlegten Isolation zu lösen, indem er sich ernsthaft in die ebenso rastlos erscheinende Alex verliebt, die er in einer Hotelbar kennengelernt hat. Umso gelungener der Twist am Ende, wenn er erkennen muss, dass er einer Illusion erlegen ist. Die bis dahin vorherrschende Wohlfühlatmosphäre wird dadurch abrupt aufgebrochen und weicht einer melancholischen Grundstimmung.

Up in the Air ist eine äußerst kurzweilige und unterhaltsame Reflexion über Einsamkeit und Bindungsangst. 

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