06 Oktober 2026

El Bruto (Luis Buñuel, 1952)

Während seiner Zeit in Mexiko beschäftigte sich Buñuel immer wieder mit den Themen Armut und soziale Ungleichheit. Auch El Bruto greift diese Motive auf und stellt den Schlachthausarbeiter Pedro in den Mittelpunkt, der im Auftrag seines Ziehvaters, des wohlhabenden Hausbesitzers Andrés Cabrera, die Bewohner eines Gebäudekomplexes zur Räumung bewegen soll. Diese weigern sich jedoch hartnäckig auszuziehen, woraufhin die Situation zunehmend eskaliert.

Richtig gepackt hat mich der Film nicht. Das liegt unter anderem an einigen Darstellern, die stellenweise zum Overacting neigen. Insbesondere Pedro Armendáriz und Katy Jurado, die wenig später auch in Hollywood erfolgreich werden sollte, tragen ihre Emotionen oft etwas dick auf. Dadurch wirken manche Szenen unfreiwillig melodramatisch und verlieren an Glaubwürdigkeit.

Dem Vernehmen nach sollen zudem die Produzenten erheblichen Einfluss auf das Drehbuch ausgeübt haben, was dazu geführt haben soll, dass der fertige Film nur noch bedingt Buñuels ursprünglichen Vorstellungen entsprach. Ob dies tatsächlich der Hauptgrund für die eher durchwachsene Wirkung des Films ist, lässt sich natürlich schwer beurteilen. Auffällig ist jedoch, dass El Bruto im Vergleich zu vielen anderen Arbeiten des Spanieres deutlich konventioneller wirkt und dessen Handschrift nur gelegentlich erkennen lässt.

Wie auch immer: Trotz seiner interessanten sozialen Thematik und einiger gelungener Momente ist El Bruto ein mäßig unterhaltsamer Film, der mich insgesamt nicht vom Hocker gerissen hat.

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