Charlie don't surf!
Nicht nur Willard, sondern auch der Zuschauer fragt sich zunehmend, worin sich der Wahnsinn, der Kurtz befallen haben soll, von dem alltäglichen Irrsinn des Vietnamkriegs unterscheidet. Da wird mal eben ein Küstenabschnitt bombadiert, damit die Soldaten surfen können, während um sie herum noch die Granaten fliegen, ein paar Playboy-Bunnies zur Aufheiterung der Truppe eingeflogen oder die einheimische Bevölkerung mit Mann und Maus massakriert, sobald es nur den geringsten Anlass dafür zu geben scheint. Der Wahnsinn ist nicht die Ausnahme, sondern Normalität.
Im gesamten Film gibt es keine einzige Figur, die den Eindruck vermittelt, psychisch gesund und Herr ihrer Sinne zu sein. Dazu tragen auch die erstklassigen Darsteller ihren Teil bei, die den widrigen Produktionsbedingungen trotzten und sich fast ausnahmslos von ihrer besten Seite zeigten. Lediglich Dennis Hopper übertreibt etwas.
Ein interessanter Aspekt ist, wie stark der Film Einzug in die Popkultur gehalten hat. Es gibt wahrscheinlich niemanden, der bei den Kängen von The End nicht sofort an Apocalypse Now denkt und Zitate wie "I love the smell of napalm in the morning" oder eben "Charlie don't surf" kennt fast jeder, unabhängig davon, ob er den Film überhaupt gesehen hat.
Apocalypse Now ist ein surreal anmutender Trip in die dunkelsten Winkel der menschlichen Seele. Ein zeitloses Meisterwerk, das sich unauslöschlich in das Gedächtnis einbrennt. Nicht einmal einen Abspann hat der Film in der Originalfassung. Am Ende bleibt nur schwarze Leere.
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