In einem abgelegenen Dorf in Mexiko herrscht seit vielen Generationen eine erbitterte Feindschaft zwischen zwei Familien. Immer wieder kommt es aus nichtigen Anlässen zu Morden, die ihrerseits neue Rachegelüste bei der jeweils anderen Seite hervorrufen. Dabei ist es Tradition, dass ein Mörder, sofern er es schafft, den nahegelegenen Fluss zu überqueren, dort unbehelligt in der Isolation leben darf, solange er nicht in das Dorf zurückkehrt. Nach vielen Jahrzehnten ist von jeder Familie nur noch ein junger Mann übrig. Während Rómulo auf Vergeltung sinnt, arbeitet Anguiano als Arzt außerhalb des Dorfes und denkt gar nicht daran, sich mit seinem Widersacher zu duellieren. Doch schließlich gibt er dem Drängen seiner Mutter nach und kehrt zurück, um sich dem zu stellen, was die Dorfgemeinschaft von ihm erwartet.
Buñuel baute zahlreiche Anekdoten in das Drehbuch ein, die er Zeitungsberichten entnommen hatte oder die ihm von Freunden und Bekannten erzählt worden waren. Die Gewalt ist in diesem Film allgegenwärtig. Um einen Mord zu begehen, braucht es oft nicht mehr als ein falsches Wort oder eine gekränkte Ehre. Dies ist zum Teil durchaus amüsant und mit der für Buñuel typischen Leichtfüßigkeit inszeniert. So ist El río y la muerte trotz seines ernsten Themas ein überraschend witziger Film, der die mexikanische Mentalität und das ihr eigene Macho-Gehabe pointiert aufs Korn nimmt.
Anguiano ist deutlich gebildeter als die übrigen Bewohner des Dorfes und bemüht sich, die Spirale aus Hass und Gewalt zu durchbrechen. Das führt erwartungsgemäß dazu, dass er als Feigling denunziert wird und sich seine Freunde von ihm abwenden. Letztlich setzt er sich aber mit seiner Haltung durch und so ist El río y la muerte ein weiterer Film des spanischen Regisseurs, der ein Happy End hat.
Unter dem Strich ein ausgesprochen kurzweiliger und unterhaltsamer, aber auch spannender Film, der zu den zugänglichsten Arbeiten des spanischen Regisseurs zählt.
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