I wouldn't be caught dead in that thing!
Brian de Palmas Remake des Howard-Hawks-Films aus dem Jahr 1932, den ich bisher nicht kenne, zählt zu den ganz großen Gangsterfilmen des vorherigen Jahrhunderts. Auch wenn er vielleicht nicht ganz die Klasse der großen drei erreicht (The Godfather, Once upon a Time in America, Goodfellas), ist er doch ein herausragend guter Film, der längst festen Einzug in die Popkultur gehalten hat.
Al Pacino hat im Laufe seiner Karriere viele gute Filme gemacht. Hier lieferte er meiner bescheidenen Meinung nach seine mit Abstand beste Performance ab. Sein Tony Montana ist ein asozialer, großkotziger Emporkömmling, der es innerhalb weniger Jahre schafft, vom kubanischen Bootsflüchtling zu einem der größten Gangster Floridas aufzusteigen. Pacino spielt das mit beängstigender Intensität und legte sich sogar einen eigenen Akzent zu, um die Rolle glaubwürdig verkörpern zu können.
Doch statt seinen ungeheuren Reichtum und die damit verbundene Machtstellung zu genießen, will Tony immer mehr. Dabei verfällt er zunehmend dem Koks und verstößt gegen einen der eisernen Grundsätze seines Geschäfts: "Don't get high on your own supply!" Seine Überheblichkeit und seine Unbeherrschtheit führen dazu, dass er nach und nach alle Menschen vergrault, die ihm wohlgesonnen sind. Am Ende legt er sich sogar mit dem bolivianischen Drogenbaron Sosa an und besiegelt damit seinen Untergang. Der finale Shootout in Tonys Villa ist einer der Höhepunkt des Films und stellt einen der berühmtesten Showdowns der Filmgeschichte dar.
De Palma kleidet das in ausgesprochen schöne Bilder, die auf der sehr gut gelungenen UHD in 4K-Auflösung perfekt zur Geltung kommen. Kongenial unterstützt wird dies durch Giorgio Moroders Score, der die perfekte Untermalung für die mondänen Bilder bietet. Ein meisterhafter Film, der für meine Begriffe Brian de Palmas beste Arbeit ist und den Höhepunkt seines Schaffens markiert.
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