Der wohlhabende Archibaldo de la Cruz bekommt als Kind eine Spieluhr geschenkt, die ihrem Besitzer angeblich die Macht verleiht, Menschen durch den bloßen Wunsch zu töten. Prompt wünscht er seinem Kindermädchen den Tod, worauf dieses am Fenster stehend von dem Gewehrschuss eines Revolutionärs tödlich am Hals getroffen wird. Die tiefe Befriedigung, die Archibaldo dabei empfindet, weckt in ihm den Wunsch, jede attraktive Frau zu töten, die er in seinem späteren Erwachsenenleben kennenlernt. Doch aufgrund einer Reihe bizarrer Zufälle segnen die Damen jedes Mal das Zeitliche, bevor Archibaldo seinen Plan in die Tat umsetzen kann.
Ein weiterer ganz wunderbarer Film des Spaniers, der ebenso amüsant wie spannend ist. Ernesto Alonso ist großartig als draufgängerischer Archibaldo, der zahlreichen Frauen den Kopf verdreht in der Absicht, sie bei nächster Gelegenheit zu töten. Die eigentlichen Verbrechen finden jedoch ausschließlich in seiner Fantasie statt, wodurch der Film immer wieder eine herrlich absurde Situationskomik entwickelt.
Interessant ist auch die Geschichte um die tschechisch-mexikanische Schauspielerin Miroslava Stern, die im Film die Rolle der Lavinia spielt. Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten beging sie Selbstmord. Ihr Leichnam wurde eingeäschert, was damals in Mexiko noch eine außergewöhnliche Form der Bestattung war. Der beinahe surreal wirkende Aspekt ist dabei, dass Archibaldo im Film eine Schaufensterpuppe, die Lavinia zum Verwechseln ähnlich sieht, in einem Ofen verbrennt. Ironischerweise ist Lavinia zugleich die einzige Frau, die seine Mordabsichten unbeschadet überlebt.
Nachdem Archibaldo zum wiederholten Male mit seinen Mordplänen gescheitert ist, wirft er am Ende die Spieluhr in einen Weiher, um sich von ihrem vermeintlichen Fluch zu befreien. Ob ihm dies tatsächlich gelingt, lässt Buñuel bewusst offen. Archibaldos gelöster Gesichtsausdruck und seine Bemerkung, das Leben sei nun plötzlich so einfach, sprechen allerdings dafür, dass er seine Obsession endlich überwunden haben könnte.
Ensayo de un crimen ist der ideale Einsteigerfilm für Menschen, die immer mal einen Film von Luis Buñuel sehen wollten, sich das bislang aber nicht getraut haben. Leichtfüßig, kurzweilig, amüsant und ungemein unterhaltsam. Ohne Zweifel eine der besten Arbeiten des Spaniers aus seiner mexikanischen Schaffensperiode.
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