26 Oktober 2026

UNA MUJER SIN AMOR (Luis Buñuel, 1952)

Ein weiteres Melodram, das aber glücklicherweise auf humorige Elemente völlig verzichtet und dadurch deutlich ernster und seriöser wirkt. Auch zeigt Buñuel hier jene kritische Haltung gegenüber dem gehobenen Bürgertum, für die er  allgemein bekannt ist. 
 
Er selbst bezeichnet Una mujer sin amor in seiner Biographie als seinen schlechtesten Film, wobei ich nicht sicher bin, ob diese Aussage auf die Qualität des Films bezogen ist oder seinen äußerst mäßigen finanziellen Erfolg. Wie auch immer: besser als La hija del engaño ist Una mujer sin amor meiner Meinung nach allemal.
 
Die Geschichte um eine Frau, die sich zwischen familiärer Pflicht und ihren eigenen Gefühlen entscheiden muss, ist recht spannend erzählt und schnörkellos inszeniert. Vor allem darstellerisch weiß der Film zu überzeugen. Die Figuren wirken glaubwürdig, ihre Konflikte sind nachvollziehbar.
 
Zwar fehlt noch vieles von jener Eigenwilligkeit, die Buñuels spätere Meisterwerke auszeichnet, dennoch lassen sich bereits einzelne Motive erkennen, die ihn später immer wieder beschäftigen sollten. Insbesondere die kritische Betrachtung bürgerlicher Moralvorstellungen und familiärer Strukturen tritt bereits deutlich hervor.  
 
Una mujer sin amor gehört sicherlich nicht zu den großen Filmen Buñuels, ist aber deutlich besser, als sein Ruf vermuten lässt. Ein solides Melodram mit guten Darstellern und einer interessanten Geschichte, das gut unterhält. 

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