06 Mai 2011

TREMORS (Ron Underwood, 1990)

You'd think after eating all those sheep they'd have to take a dump some place.

Was für ein Spaß! Ich habe Tremors vor vielen Jahren schon mal gesehen und für gut befunden, doch heute machte er mir noch viel mehr Freude als damals. 

Konzipiert als Hommage an die klassischen Monsterfilme der 50er Jahre kredenzt er die perfekte Mischung aus Buddy-Movie, Komödie und actionlastigem Horror. Die rasante Inszenierung bietet Action Non-stop und keine Verschnaufpause. Garniert mit einer Reihe wirklich witziger Oneliner und gesegnet mit einem ganzen Haufen äußerst sympathischer Charaktere, überzeugt Tremors nicht zuletzt auch deshalb, weil er sich selbst nicht zu ernst nimmt. Selbst die Effekte sind ziemlich gut gelungen. 

Ein Film, gegen den man beim besten Willen nichts haben kann und der einfach gute Laune verbreitet.

 

01 Mai 2011

THE HUNTING PARTY (Don Medford, 1971)

They'll be coming after us, you know.

Ein äußerst harter und zynischer Western, den der TV-Regisseur Medford da abgeliefert hat. Obwohl es sich um eine britische Produktion handelt, ist er dem Italo-Western näher als dem US-Western, was nicht nur auf die spanischen Drehorte, sondern vor allem auf die kompromisslose Inszenierung zurückzuführen ist. Hier wird äußerst blutig gestorben. Nicht umsonst prangt die rote 18er Freigabe auf dem DVD-Cover und unterstreicht damit, dass The Hunting Party kein Film für Zartbesaitete ist.

Brandt Ruger betrachtet die Entführung seiner Frau als Diebstahl seines Eigentums. Dass sie sich in den Anführer der Banditen verliebt, kränkt ihn zutiefst, ändert aber nichts daran, dass er die Diebe unter allen Umständen zur Strecke bringen will. Dabei versetzen ihn seine Präzisionsgewehre erst in die Lage, die Verfolgung aufzunehmen, denn das feige Abknallen aus sicherer Entfernung ist seine einzige Möglichkeit. Dass er mit seinen Kumpels in einem offenen Kampf keine Chance gegen Calders Bande hätte, räumt er anfangs freimütig ein. So geht er mit seinen Männern auf gnadenlose Menschenjagd. In einer der schockierendsten Szenen des Films reiht er die Opfer nebeneinander auf wie ein Jäger seine Beute und macht sich dabei sogar die Mühe, die Leichen aus dem Teich zu schleppen. Selbst seine Männer sind von seinem Verhalten angewidert. Die Treibjagd bereitet ihm sichtlich Vergnügen und so macht er sich einen Spaß daraus, den Anführer Frank bis zum Schluss aufzusparen. Obwohl er ihn mehrmals im Visier hat, lässt er ihn jedesmal entkommen, solange nicht der Rest der Bande erledigt ist.

Die Schlusseinstellung ist phänomenal und vermutlich die einzige Möglichkeit, den Film auf befriedigende Weise zu Ende zu führen.        

29 April 2011

THE HUDSUCKER PROXY (Ethan & Joel Coen, 1994)

Would an imbecile come up with this?

Schrille, völlig überdrehte Komödie der Coens, die mich stilistisch stark an die Filme von Tim Burton erinnerte. Ganz ehrlich: wenn ich den Film ohne jede Vorkenntnis gesehen und den Regisseur hätte tippen müssen, wäre mein Tipp Burton gewesen. Stellenweise fühlte ich mich auch an Gilliams Brazil erinnert, insbesondere die Szenen zu Beginn in der Poststelle. Der von Tim Robbins verkörperte Norville Barnes ist ein derart unsympathischer Zeitgenosse, dass eine Identifikation mit ihm nahezu unmöglich ist. Zudem macht es einem die schrille Art der Inszenierung schwer, auch nur einen einzigen der Charaktere ernst zu nehmen. 

Letztlich hatte ich dann aber aufgrund der zahlreichen witzigen und originellen Einfälle erstaunlich viel Spaß mit dem Film, und ich bin sicher, dass er mit einer zweiten Sichtung wachsen wird.

25 April 2011

THE GHOST WRITER (Roman Polanski, 2010)

If we meet any terrorists, I'll text you.

Außen hui, innen pfui - so lautet mein Fazit zu Polanskis neuestem Film. Soll heißen: formal ein wirklich schöner Film, optisch reizvoll, schöne Settings und ein sich stetig steigernder Spannungsbogen. Die Story hingegen ist an Peinlichkeit schwer zu überbieten und strotzt nur so von Ungereimtheiten, Logiklöchern und Absurditäten. Vor allem aber ist die ach so große Verschwörung ein gigantisches Nichts, ein Haufen heißer Luft. 

Alleine schon der Vorwurf, wegen dem der Internationale Strafgerichtshof ein Ermittlungsverfahren gegen Lang einleitet, ist ein schlechter Witz. Ich fragte mich während der Sichtung mehrfach, ob Polanski das alles ernst meint, oder ob The Ghost Writer in Wahrheit eine Agentenkomödie sein soll. Lustig fand ich vor allem die Aussage des Autors und Drehbuchschreibers im Bonusmaterial, dass er und Polanski genau darauf geachtet hätten, dass alles realistisch sei und die Geschichte auch genauso passieren könnte. Na denn...   

ISLANDS IN THE STREAM (Franklin J. Schaffner, 1977)

I know now there's no "one thing" that is true. It is all true.

In sich stimmige Hemingway-Verfilmung, die vor allem mit den tollen Landschaftsaufnahmen zu begeistern weiß. George C. Scott ist die Idealbesetzung für den zurückgezogen lebenden Sonderling Thomas Hudson, der starke Ähnlichkeiten mit Hemingways eigener Persönlichkeit aufweist. 

Überhaupt muss man Schaffner zugute halten, dass sein Film in jeder Szene den Geist des Autors atmet. Dies zeigt sich nicht zuletzt in dem ausgedehnten Kampf mit dem Schwertfisch, den Hudsons Sohn auf sich nimmt, um sich den Respekt seinens Vaters zu erarbeiten. Und am Ende stirbt Hudson einen wahren Heldentod - zumindest darin unterscheidet er sich vom echten Hemingway. Schöner Film.  

24 April 2011

KEY LARGO (John Huston, 1948)

When your head says one thing and your whole life says another, your head always loses.

Kammerspielartiger, auf einem Theaterstück basierender Gangsterfilm, der weitgehend auf einen Handlungsort, nämlich die Hotel-Lobby, beschränkt ist. 

Der Anfang ist noch recht beschaulich, doch mit zunehmender Spieldauer spitzt sich das Geschehen immer mehr zu. Dabei verlässt Huston sich ganz auf seine Darsteller und die griffigen Dialoge. Dominiert wird der Film natürlich von dem Duo Bogart/Robinson, aber auch Lionel Barrymore hat mir ausgesprochen gut gefallen. Lauren Bacall beschränkt sich weitgehend darauf, Bogart hin und wieder einen schmachtenden Blick zuzuwerfen. 

Gegen Ende nimmt der Film dann nochmal richtig Fahrt auf. Das tolle Finale auf dem Boot entschädigt für die ein oder andere Länge während der vorangegangenen 90 Minuten.

23 April 2011

HELL IS FOR HEROES (Don Siegel, 1962)

He still can't hit anything, but he loads like a genius.

Eine Gruppe von sechs Soldaten, die sich innerlich schon auf die Heimreise gefreut hatte, wird zurück an die Front verlegt. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wird die dort stationierte Kompanie abgezogen, und die kleine Gruppe sieht sich am nächsten Tag alleine einer deutschen Übermacht gegenüber. Es gilt nun, die Stellung zu halten, bis die Kompanie zurückkehrt.

Während die Tricks der Soldaten, den Deutschen eine größere Truppenstärke vorzugaukeln, anfangs durchaus amüsant sind, bleibt einem spätestens nach dem ersten Angriff das Lachen im Halse stecken. Dabei könnte der von Steve McQueen verkörperte Reese ein Vorläufer von John Rambo sein. Wie dieser ist er vom Krieg derart traumatisiert, dass er nur noch als Kampfmaschine funktioniert, im zivilen Leben aber nicht mehr lebensfähig ist. Alleine sein erleichterter Gesichtsausdruck, als er erfährt, dass er nicht nach Hause sondern zurück an die Front geschickt wird, spricht Bände. 

Siegels Film zeigt auf drastische Weise, wie Menschen sinnlos verheizt werden. Da ist wenig Platz für Helden, schon der Titel Hell is for Heroes zeigt die Marschrichtung auf. Am Ende bleibt nur Leere.

21 April 2011

GUNFIGHT AT THE O.K. CORRAL (John Sturges, 1957)

If I'm going to die, at least let me die with the only friend I've ever had.

Auch wieder so ein Film, den ich als Kind mehrfach gesehen und geliebt habe und dessen letzte Sichtung bestimmt 18 Jahre zurückliegt. Umso erfreulicher das Wiedersehen, bei dem sich zeigte, dass der Film nicht viel von seiner früheren Faszination verloren hat. 

Für einen Western bietet er relativ wenig Action, die Handlung wird überwiegend durch Dialoge vorangetrieben, bis es dann am Ende die berühmte Schießerei gibt, die dem Film dan Namen gab. Die Rolle des versoffenen Revolverhelden Doc Holliday ist natürlich eine Paraderolle für Kirk Douglas. Dagegen verblasst Burt Lancaster als Wyatt Earp regelrecht. Und so sind dann auch alle Szenen mit Douglas die besten des Films. 

Nicht unerwähnt bleiben soll der großartige Titelsong, der zwar sehr pathetisch und erhaben daherkommt, nichtsdestotrotz hervorragend zum Geschehen passt. Bis zum nächsten Wiedersehen werden sicherlich nicht wieder 18 Jahre ins Land ziehen.

  

09 April 2011

INCEPTION (Christopher Nolan, 2010)

You don't know you're dreaming!

Ich lasse ja keine Gelegenheit aus zu betonen, dass ich Christopher Nolan für einen der, wenn nicht den talentiertesten Regisseur der Gegenwart halte, und auch wenn ich mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehe, ist mir das völlig wurscht. Zumal er nicht das erste verkannte Genie der Geschichte wäre. Allerdings will ich nicht leugnen, dass in mir nach dem für seine Standards etwas dürftigen The Dark Knight die Befürchtung aufkam, Nolan hätte das Filmemachen verlernt. Glücklicherweise fegt er mit Inception alle Bedenken beiseite und zeigt, dass er die Gratwanderung zwischen originellem Kopf- und massentauglichem Mainstream-Kino nach wie vor beherrscht.

Inception ist Memento von der Konzeption her sehr ähnlich; beide Filme erzählen im Grunde genommen eine sehr einfache Geschichte: Ersterer erzählt von einem Mann, der in einem Traum (oder vermutlich Koma) gefangen ist, nicht aufwachen kann und sich eine komplexe Traumwelt zurechtspinnt, um seinen Zustand zu verarbeiten. Memento erzählt von einem Mann ohne Kurzzeitgedächtnis, der versehentlich seine diabeteskranke Frau durch eine Überdosis Insulin getötet hat, sich damit nicht abfinden will und sich einredet, sie sei bei einem Einbruch ermordet worden, was ihm Gelegenheit gibt, den nicht vorhandenen Mörder zu jagen. Punkt. Um mehr geht es nicht. Alles andere ist Teil eines großen Verwirrspiels, das den Zuschauer in die Irre und an der Nase herumführen soll. Das Besondere bei beiden Filmen ist, dass Nolan sie nach den ihnen eigenen Regeln inszeniert: während er bei Memento den Zuschauer durch die Erzählweise die Nichtfunktion des Kurzzeitgedächtnisses des Protagonisten selbst erleben lässt, "pflanzt" er ihm bei Inception die Idee ein, dass der dargestellte Traum real ist. Er macht mit dem Zuschauer also das, was Cobb angeblich mit Fischer macht.

Um hier mal beim in Rede stehenden Inception zu bleiben: die ganze James-Bond-mäßige Geschichte um Industriespionage etc. ist alles Blendwerk, das Cobb sich in seinem (komatösen) Traumzustand ausdenkt. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass selbst die Sache mit dem Einstieg in Träume - Deception und Inception - Cobbs Phantasie entspringt und er in Wahrheit einfach in irgendeinem Krankenhaus im Koma liegt. Einmal sagt Mal zu Cobb: No creeping doubts? Not feeling persecuted? Chased around the globe by anonymous corporations and police forces the way the projections persecute the dreamer?

Nolan beherrscht dieses Verwirrspiel derart perfekt, dass man schon genau aufpassen muss, um es frühzeitig zu durchschauen. Bei Memento brauchte ich dafür fast die gesamte Spielzeit, bei Inception dauerte es immerhin rund 75 Minuten, nämlich bis zu der Szene, in der Cobb Ariadne vom "Tod" seiner Frau erzählt. Und trotzdem ist es ihm fast gelungen, mich doch noch auf die falsche Fährte zu führen in dem Moment, in dem Cobb behauptet, Mal die Idee eingepflanzt zu haben, dass ihre Welt nicht real ist und damit Schuld an ihrem Tod zu haben. Umso genialer ist es, wie Nolan das Rätsel dann mit einem einzigen Bild am Ende auflöst: das des sich endlos drehenden Totems.

Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass Inception perfekt inszeniert ist. Alleine wie mühelos es Nolan schafft, zwischen den verschiedenen Traumebenen hin- und herzuspringen, ohne den Zuschauer zu irritieren. Der düstere Score von Hans Zimmer passt hervorragend. Darstellerisch gefiel mir vor allem die wunderbare Marion Cottilard, aber auch Leonardo DiCaprio macht seine Sache sehr ordentlich. 

06 April 2011

BREEZY (Clint Eastwood, 1973)

I like being alone. 

Eastwoods erster Versuch auf romantischen Terrain erzählt die Geschichte der jungen Herumtreiberin "Breezy", die sich in den alten Immobilienhändler Frank Harmon verliebt, der in Bezug auf den Altersunterschied ihr Großvater sein könnte. 

Herausgekommen ist eine lockeres, harmloses Filmchen, das im Œuvre Eastwoods nicht weiter von Bedeutung ist. Es zeigt allerdings, welch vielseitiger Filmemacher er schon damals war, denn von den beiden Vorgängerfilmen, dem Suspense-Thriller Play Misty for me und dem harten Western High Plains Drifter unterscheidet sich Breezy doch erheblich. Übrigens taucht Zweitgenannter als Selbstreferenz kurz in Form eines Kinoplakats auf, als Breezy und Frank ein Kino besuchen. 

Der Plot ist frei von Überraschungen und weitgehend vorhersehbar und auch wenn es ein (etwas bemühtes) Happy End gibt, ahnt man doch, dass die Liebe der Beiden nicht von langer Dauer sein wird. Insgesamt ganz nett anzuschauen. 

04 April 2011

YAO A YAO YAO DAO WAIPO QIAO/Shanghai Triad (Zhang Yimou, 1995)

Der Bauernjunge Shuisheng wird von seinem Onkel nach Shanghai gebracht, um dort der Gespielin eines Triadenbosses zu dienen. Bald kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen dessen Organisation und einem gegnerischen Clan, in deren Folge der Boss mit seinen engsten Untergebenen auf eine nahegelegene Insel flüchten muss.

Zhangs im Shanghai der 20er Jahre angesiedelter Gangsterfilm steht im weitesten Sinne in der Tradition des klassischen Mafiafilms amerikanischer Prägung. Allerdings fehlen die typischen Zutaten wie ausgedehnte Schusswechsel und dramatische Zuspitzungen fast völlig. Zhang erzählt seine Geschichte in sehr ruhigen, kontemplativen Bildern und richtet den Fokus auf die handelnden Charaktere. So ist ein erstaunlich unblutiger Mafiafilm entstanden, der zudem mit der Zhang-typischen opulenten Ausstattung punkten kann. 

Gong Li ist schlichtweg bezaubernd in der Rolle des Bar-Mädchens Xiao, das sich von dem Triadenboss aushalten lässt, hinter dessen Rücken aber eine Affäre mit seinem engsten Vertrauten hat. Lernt man sie zunächst als gefühllos berechnende Diva kennen, wandelt sich ihr Charakter im Laufe des Films in ein beinahe warmherziges und fürsorgliches Wesen, ausgelöst durch die Begegnung mit der Frau, die mir ihrer Tochter auf der Insel lebt. Im Gegensatz dazu wird der Triadenboss dem Zuschauer anfangs als nahezu sympathisches Opfer einer Verschwörung präsentiert, und es dauert fast bis zum Schluss, bis er seinen wahren Charakter offenbart und sich als eiskalter, gnadenloser Killer entpuppt. 

26 März 2011

THE LONG RIDERS (Walter Hill, 1980)

First getting shot, then getting married - bad habits.

Hills Western werden ja allenthalben starke Parallelen zu den Filmen Peckinpahs nachgesagt, und da ich mit dessen Filmen meist ein Problem habe, wundert es mich nicht, dass ich auch zu The Long Riders nur schwer Zugang fand. Das liegt in erster Linie an den flachen Charakteren, die während der gesamten Spieldauer nicht viel mehr als zweidimensionale Abziehbilder bleiben; man erfährt im Grunde genommen nichts über sie. Lediglich David Carradines Cole Younger bildet hier eine Ausnahme und ist damit auch die interessanteste Figur des Films. 

Hills distanzierte und zurückhaltende Herangehensweise machte mir eine Identifikation mit den handelnden Personen schwer. Schlecht ist The Long Riders dennoch nicht, dafür sorgen alleine schon die nett inszenierten und erstaunlich blutigen Schießereien.   

23 März 2011

SOOM/Breath (Kim Ki-duk, 2007)

Eine junge Frau, Yeon, erfährt durch eine Nachrichtensendung von den erfolglosen Selbstmordversuchen des verurteilten Mörders Jang Jin, der zusammen mit drei Leidensgenossen in der Todeszelle auf seine Hinrichtung wartet. Aufgrund einer Grenzerfahrung in ihrer Kindheit fühlt sie sich ihm verbunden, nimmt Kontakt zu ihm auf und beginnt eine Liebesbeziehung mit ihm, der ihr Mann, der sie wiederum mit einer anderen Frau betrügt, hilflos gegenübersteht.

Ich hatte mich entschieden, Kims bis heute letzten Film, Bi-Mong, vor seinem vorletzten, Soom, zu schauen, weil ich das Thema des Erstgenannten interessanter fand als das des Letztgenannten. Nach der ernüchternden Sichtung von Bi-Mong ahnte ich, dass meine Entscheidung unter dem Gesichtspunkt, den besseren Film zuerst zu sehen, falsch war. Und wie nun erwartet, ist Soom tatsächlich der weitaus bessere Film, weil er es ihm Gegensatz zu seinem Nachfolger versteht, mich für seine Figuren einzunehmen. 
 
Natürlich ist Yeons Verhalten zutiefst irrational, doch wie so oft in seinen Filmen schafft Kim es, dieser irrationalen Handlungsweise ein Schema, ein System zu geben und sie damit letztlich für den Zuschauer verständlich zu machen. So gelingt es Yeon am Ende nicht nur Jang Jin den Tod zu erleichtern, den er beinahe wehrlos durch seinen Zellenkumpan hinnimmt, sondern auch ihren inneren Frieden wiederzufinden und sich mit ihrem Mann auszusöhnen. Und somit ist Soom der einzige Film Kims, der ein Happy End hat. Dass ich das noch erleben darf...

20 März 2011

BURN AFTER READING (Ethan & Joel Coen, 2008)

My mother had an ass that could pull a bus!

In Burn After Reading greifen die Coen Brothers erneut das Motiv der kleinen, unerfahrenen Gelegenheitsganoven auf, hier in Person der in die Jahre gekommenen Fitness-Trainerin Linda Litzke, die Geld für ihre Schönheitsoperationen benötigt und ihres verblödeten Kollegen Chad Feldheimer. Ihr Scheitern ist natürlich vorgezeichnet, handelt es sich bei den angeblich brisanten Informationen lediglich um die Memoiren eines gefeuerten CIA-Mitarbeiters. 

Wie alle ähnlich gelagerten Filme der Coens lebt auch dieser hier von den skurrilen Charakteren, die ebenso trottelig wie liebenswert sind, den messerscharfen Dialogen und dem wahrlich beeindruckenden Cast, wobei mir John Malkovich und Tilda Swinton am besten gefallen haben.           

19 März 2011

BI-MONG/Dream (Kim Ki-duk, 2008)


Nach dem tollen Shi gan ist Bi-Mong eine echte Enttäuschung. Die meiste Spielzeit verbringt man damit, zwei Menschen dabei zuzusehen wie sie versuchen, nicht gleichzeitig einzuschlafen. Das ist - da können sich die Darsteller noch so sehr mühen - einfach strunzlangweilig. 

Die Grundidee einer unheilvollen Verbindung, in der der Eine träumt, was die Andere schlafwandelnd ausführt, ist ja ganz nett, doch wenn man ein paar Filme von Kim gesehen hat, kann man 90 % des Handlungsverlaufs von Bi-Mong nach zehn Minuten ziemlich präzise vorhersagen. Überraschungen oder innovative Ansätze: Fehlanzeige. 

Fazit: Der schwächste Kim-Film, den ich bisher gesehen habe, und da ich bis auf einen alle kenne, wird sich daran auch nicht mehr viel ändern.  

18 März 2011

SHI GAN/Time (Kim Ki-duk, 2006)

Seh-hee ist krankhaft eifersüchtig. Sobald ihr Freund Ji-woo eine andere Frau auch nur ansieht, wird sie von Verlustängsten überwältigt. Aus Angst ihn zu verlieren, entschließt sie sich zu einer drastischen Maßnahme: von einem Tag auf den anderen verschwindet sie aus seinem Leben, unterzieht sich einer kosmetischen Operation, die ihr Gesicht total verändert und nähert sich Ji-woo dann nach sechs Monaten, in denen die OP-Narben verheilt sind, unerkannt, um ihn neu zu erobern. Doch bald merkt sie, dass ihre Rechnung nicht aufgeht, denn Ji-woo kann seine alte Liebe einfach nicht vergessen.

Shi gan ist ein Film über Liebe und Verlust, vor allem aber auch ein Film über Identität. Er wirft die Frage auf, inwieweit sich die Identität eines Menschen ändert, wenn er sein Äußeres radikal verändert. Wobei es Seh-hee ja ausdrücklich nicht darum geht, schöner zu werden, sondern darum, ihrem Freund Abwechslung zu bieten, eben ein anderes Gesicht als dasjenige, das er seit Jahren kennt. Kim stellt auch die Frage, inwieweit eine durch plastische Chirurgie neu gestaltete "Persönlichkeit" in der Lage ist, das alte Ich zu verdrängen und vergessen zu machen. Genügt es, sich ein neues Gesicht und einen neuen Namen zu geben, in eine andere Wohnung zu ziehen, persönliche Gegenstände und alte Bilder zu vernichten, um ein neuer Mensch zu werden?

Kim geht hier aber noch einen Schritt weiter, indem er beginnt, Seh-hees Persönlichkeit vor der Operation von der nach der OP abzuspalten. Der von ihr erhoffte Effekt, nämlich dass Ji-woo die alte Seh-hee vergisst und sich in die neue Seh-hee verliebt, tritt nicht ein. Sie muss auf schmerzhafte Weise feststellen, dass die alte Seh-hee nicht tot ist bzw. von der neuen Seh-hee verdrängt wurde, sondern dass Ji-woo die alte Seh-hee immer noch liebt und sie (die neue Seh-hee) jederzeit für die alte verlassen würde. In der Folge entwickelt sie eine immer stärker werdende Eifersucht ihrem früheren Ich gegenüber, die in regelrechten Hass umschlägt. Sie beginnt, ihr altes Ich und ihr neues Ich als zwei getrennte Personen wahrzunehmen. Eine schöne Allegorie für ihre sich zunehmend verfestigende Persönlichkeitsstörung, die die Vernunft mehr und mehr verdrängt, ist auch der im Meer versinkende Skulpturenpark, der im Laufe des Films als zentrale Anlaufstelle fungiert und zudem für Seh-hees auseinanderdriftende Persönlichkeiten die letzte Gemeinsamkeit, die letzte Verankerung in der Realität ist. Am Ende ist nicht einmal klar, ob Ji-woo tatsächlich derjenige war, der vom Auto überfahren wurde, und als blutiger Matschklumpen vor ihr liegt. Letztlich spielt das auch keine Rolle, weil sie ihn ohnehin verloren hat.

Auf die Spitze treibt Kim das Ganze dann in der Schlusssequenz nach Seh-hees zweiter OP, als er in einer Zeitschleife ihre Persönlichkeiten komplett voneinander abtrennt und sie wie selbstständige Menschen behandelt. Dies gipfelt dann darin, dass Seh-hees erstes Ich mit ihrem dritten auf der Straße zusammenstößt und dabei das Bild fallen lässt, dass ihr zweites Ich zeigt. Und so endet der Film mit derselben Szene, mit der er begann.

Ein schlichtweg großartiges Werk, mit dem Kim an seine Glanzzeit vor dem schwachen Hwal anschließt und das zum Besten zählt, was er bisher gemacht hat. 

14 März 2011

SHILJE SANGHWANG/Real Fiction (Kim Ki-duk, 2000)

Ein Straßenmaler verdient sein Geld mit dem Zeichnen von Porträts von Passanten und ist dabei ständigen Demütigungen ausgesetzt. Sei es durch Kunden, die ihm nur die Hälfte des vereinbarten Preises zahlen, das Bild gar nicht erst nehmen und einfach gehen oder solche, die das Bild zwar kaufen, aber in seinem Blickfeld zerreißen und in den Müll werfen. Bis eines Tages eine junge Frau mit einer Kamera kommt, sich von ihm malen lässt und ihm als Bezahlung zu einem Penner führt, der auf einer Art Theaterbühne sitzt. Dieser macht ihm auf drastische Weise klar, dass es an der Zeit ist, Rache zu üben an allen, die ihn verletzt haben.

Kims fünfter Spielfilm ist sein experimentellster und zugleich persönlichster. Wie der namenlose Protagonist war auch Kim eine zeitlang Straßenmaler und es ist gut vorstellbar, dass er dabei ähnlichen Demütigungen ausgesetzt war wie die Hauptfigur im Film. Auch die Misshandlungen und Erniedrigungen während seiner Militärzeit machte Kim gleichermaßen durch, wie er einmal in einem Interview erklärt hat. Und bei den zahlreichen Verletzungen durch Frauen kann man sich gut vorstellen, dass auch sie von Kims eigenen Erlebnissen beeinflusst sind. Etwas unklar ist die Rolle der Kamerafrau, die dem Protagonisten auf seinem Amoklauf durch die Stadt folgt und ihn ständig filmt. Steht sie für die Medien bzw. die Kritiker, die Kims Filmen mit Unverständnis begegnen? Und wünscht er sich insgeheim gar, dem ein oder anderen besonders kritischen Geist den Schädel einzuschlagen, so wie sein Protagonist das bei der Kamerafrau tut? Die Szene ist wohl eher symbolisch gemeint, wobei Real Fiction ohnehin stark mit Symbolik aufgeladen ist. Doch auch als simple Rachegeschichte funktioniert der Film erstaunlich gut. Dies ist in erster Linie das Verdienst des Hauptdarstellers Ju Jin-Mo, der eine beeindruckende Leistung abliefert.

Real Fiction gewährt einen tiefen Blick in eine verwundete Seele, die das Filmemachen als Katharsis begreift.

13 März 2011

YASAENG DONGMUL BOHOGUYEOG/Wild Animals (Kim Ki-duk, 1997)

Ein sehr beachtliches Frühwerk von Kim Ki-duk. Im Vergleich zu dem stellenweise etwas unbeholfen wirkenden Erstling Ag-o ist sein zweiter Film deutlich runder und in sich stimmiger. Der Film ist in Paris angesiedelt und damit der einzige des Regisseurs, der außerhalb Koreas spielt. Ganz offensichtlich hat Kim sich hier von seinem Paris-Aufenthalt zu Beginn der 90er Jahre beeinflussen lassen. Damals lebte er als Künstler dort und bestritt seinen Lebensunterhalt, indem er seine selbstgemalten Bilder auf der Straße verkaufte. 

Ich hoffe nur inständig, dass sein Aufenthalt dort von weniger Gewalt geprägt war, als man dies nach Sichtung von Wild Animals vermuten könnte. Bei jeder sich bietenden Möglichkeit wird hier drauflos geprügelt. Im Gegensatz zu Address Unknown, wo mich die ständigen Gewaltausbrüche bald nur noch nervten, sind sie hier jedoch besser in die Handlung integriert, wobei man auch sagen muss, dass die Handlungen der Akteure weitgehend rational erklärbar sind, so absurd sie im ersten Moment auch sein mögen. 

Und so ist Wild Animals ein erstaunlich bodenständiger Film, strahlt aber dennoch eine rohe, unbändige Kraft aus und bietet damit eine Qualität, die den aktuelleren Filmen des Koreaners zunehmend abhanden zu kommen scheint. 

08 März 2011

THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON (David Fincher, 2008)

Our lives are defined by opportunities; even the ones we miss.

Mit einiger Verspätung habe ich nun endlich Finchers siebten Spielfilm gesehen. Ich räume ein, dass ich die Sichtung eine geraume Zeit vor mir hergeschoben habe, weil mich zum einen das Thema nicht sonderlich interessiert und zum anderen ich einige lobende Kommentare von denjenigen aus meinem Bekanntenkreis vernommen habe, deren Filmgeschmack für gewöhnlich alles andere als erlesen ist. 

Doch meine diesbezüglichen Befürchtungen erwiesen sich glücklicherweise als völlig unbegründet. Fincher macht vom Inszenierungsstil her da weiter, wo er mit Zodiac aufgehört hat. Will heißen, die Erzählweise ist extrem ruhig und zurückhaltend und beinahe schon als träge zu bezeichnen. Zudem stand Fincher bei mir bisher immer für unterkühlte, distanzierte Filme - auch für Zodiac galt das. 

Ganz anders Benjamin Button: einen derart emotionalen Film hat Fincher bisher noch nicht gemacht. Und auch darüber hinaus macht er alles richtig: die Darsteller überzeugen ebenso wie die Special Effects, das Set-Design ist herausragend und in Sachen Bildkomposition ist Fincher ohnehin über jeden Zweifel erhaben.  

07 März 2011

PATTON (Franklin J. Schaffner, 1970)

There's one big difference between you and me, George. I do this job because I've been trained to do it. You do it because you love it.

Ein großartiger Film von Schaffner, der den ebenso brillanten wie eigenwilligen General Patton in den Mittelpunkt stellt. Dabei hält er sich ziemlich eng an die historischen Gegebenheiten; viele Vorfälle und Zitate sind verbürgt. 

Herausragend die Leistung des von mir ohnehin sehr geschätzten George C. Scott, der hier zu Höchstform aufläuft. Sein Patton liebt die Schlacht, er braucht sie wie die Luft zum Atmen. Sein Exil auf Malta aufgrund des Vorkommnisses mit dem Soldaten im Lazarett empfindet er denn auch als höchstmögliche Strafe, zum Nichtstun verdammt. In der zivilen Welt kommt er nur mühsam klar, selbst eine launige Rede vor einem Haufen alter Damen führt wegen einer unachtsamen Äußerung zu diplomatischen Verwicklungen. So weiß er dann auch nichts mit sich anzufangen, als der Krieg vorbei ist. Wenn es nach ihm ginge, würde man Russland gleich als nächstes angreifen. We're going to have to fight the Russians eventually anyway. It might as well be now while we've already got the army here to do it. Blöd nur, dass er Reportern gegenüber Republikaner und Demokraten den Nationalsozialisten gleichstellt. Im Film wie auch im wirklichen Leben bedeutete dies das Ende seiner militärischen Laufbahn.

06 März 2011

DEAD END (William Wyler, 1937)

Dead End erzählt von sechs Heranwachsenden in einem New Yorker Elendsviertel am East River. Mangels Zukunftsperspektive scheint der Weg zum Kriminellen fast schon vorgezeichnet. Der wegen mehrfachen Mordes gesuchte 'Babyface Martin', der hier aufgewachsen ist, kehrt nach einer plastischen Gesichtsoperation zurück, um seine Mutter und seine Jugendliebe zu besuchen.

Dass der Film auf einem Bühnenstück basiert, merkt man ihm zu jeder Zeit an. Sehr statisch wirkt das Ganze und ohne jede Dynamik. Die erzählte Geschichte hat wenig Substanz und so zieht sich der Film dann auch ganz ordentlich, trotz der relativ kurzen Spieldauer von 88 Minuten. Als Milieustudie ganz interessant, doch mit geringem Unterhaltungswert. Kann man sich anschauen, muss man aber nicht.

12 Februar 2011

VALHALLA RISING (Nicolas Winding Refn, 2009)

A grief-stricken man is driven to defy the gods.

Ein mythischer und ziemlich geheimnisvoller Film, dessen größten Schauwerte zweifellos die grandiosen Landschaftsaufnahmen sind. Refn bezeichnete seinen Film in einem Interview als Science Fiction, und das ist durchaus zutreffend, wenn man dies im Sinne von der Realität entrückt begreift. Exzessives Color-Grading und der beinahe vollständige Verzicht auf Umgebungs- und Naturgeräusche lassen die Umwelt verlassen und tot erscheinen, was unweigerlich zu der Frage führt, ob sich die Charaktere tatsächlich in der Hölle befinden - wie es einer der eingeblendeten Zwischentitel verheißt. 

Ein beinahe hypnotisches Filmerlebnis, das mich ziemlich geplättet zurückließ. Das schreit geradezu nach einer baldigen Zweitsichtung.

10 Februar 2011

BIRD (Clint Eastwood, 1988)

This is the year I'm supposed to die.

Eastwood zeigt den unaufhaltsamen Niedergang des genialen Saxophonisten Charlie Parker in düsteren Bildern, bei denen Blautöne und Nachtaufnahmen dominieren. Eine gnadenlose Chronik der Selbstzerstörung. Statt einer chronologischen Erzählweise entschied er sich, die Geschehnisse stückchenweise in einzelnen Episoden zu erzählen, wobei ich manchmal Schwierigkeiten hatte, diese im zeitlichen Gesamtablauf einzuordnen. Eine dominierende Rolle spielt natürlich die Musik, neben Forest Whitaker der eigentliche Hauptdarsteller.

Leider ist der Film in seiner Gesamtheit unheimlich zäh und langatmig geraten und so ertappte ich mich gleich mehrfach beim Blick auf die Uhr. Darstellerisch lässt Eastwood nix anbrennen, auch die Atmosphäre ist stimmig, wobei die beschwingte Heiterkeit der Musik in interessantem Gegensatz zur düsteren Grundstimmung steht. Die Schwächen liegen im Drehbuch einerseits und den uninspirierten Dialogen andererseits. Dass Musiker-Biografien auch kurzweilig und spannend sein können, hat James Mangold mit Walk the Line hinreichend bewiesen.

19 Januar 2011

5 x 2 (François Ozon, 2004)

Ozon erzählt die Geschichte von Marion und Gilles anhand von fünf markanten Szenen ihrer Beziehung in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge. Beginnend mit dem Scheidungstermin arbeitet er sich über ein Abendessen mit Freunden, bei dem die Spannungen zwischen den Beiden schon deutlich zu spüren sind, die Geburt des Sohnes Nicolas und die Hochzeit schließlich bis zum Beginn ihrer Beziehung im Italienurlaub vor. Interessant dabei ist, dass in jeder Szene einer der beiden durch ein gewisses Fehlverhalten auffällt. Sei es die Geschichte von der Orgie, die Gilles gegen Marions Willen erzählt, Gilles Feigheit bei der Geburt des Sohnes oder Marions Schäferstündchen mit dem Amerikaner in der Hochzeitsnacht, während Gilles besoffen im Bett schläft. Und auch dem Beginn ihrer Beziehung liegt ein Betrug zugrunde, indem Gilles seine Freundin Valerie alleine zu einer Bergwanderung schickt und in ihrer Abwesenheit Marion trifft.

Möglicherweise auch eine zu harsche Interpretation meinerseits, die aber nur beweist, dass Ozons Konzept aufgeht, nämlich durch die umgekehrte Reihenfolge den Zuschauer zu zwingen, in jeder der folgenden Sequenzen nach ebensolchem Fehlverhalten, nach Hinweisen für das unausweichliche Scheitern der Beziehung zu suchen. Und so fragt man sich immer wieder, inwieweit diese oder jene Aktion ein kleines Stück weit dazu beigetragen hat - oder eben auch nicht. Zudem ermöglicht diese Vorgehensweise, den Zuschauer mit einem Quasi-Happy-End aus dem Film zu entlassen, auch wenn es in Wirklichkeit keines ist.

Die Inszenierung ist betont ruhig und zurückhaltend. Gesprochen wird nur wenig; stattdessen konzentriert sich der Film ganz auf das Spiel der beiden Hauptdarsteller, die diese Aufgabe hervorragend lösen. Die übrigen Figuren spielen keine große Rolle, abgesehen vielleicht von Marions Eltern. Der Rest besteht aus austauschbaren Statisten.

12 Januar 2011

TRUE CRIME (Clint Eastwood, 1999)

I can't fart loud enough to express my opinion!

Solider, gut gemachter Thriller von Eastwood, in dem er zum wiederholten Mal die Rolle des abgehalfterten Trunkenboldes spielt, der zwar inzwischen dem Alkohol entsagt hat und doch im Alltag, insbesondere in der Rolle des Familienvaters, versagt. Das spannende Script und die guten Darsteller sorgen dafür, dass man als Zuschauer schnell Partei für Frank Beechum ergreift. 

Hervorzuheben ist vor allem die Leistung Isaiah Washingtons, der den unschuldig Verurteilten sehr glaubwürdig spielt. Der Abschied von seiner Familie wenige Stunden vor der geplanten Hinrichtung ist wirklich herzzerreißend. Das Ende ist natürlich vorhersehbar, mit der Einschränkung, dass ich mich bis kurz vor Schluss fragte, wie der Unschuldsnachweis zustande kommen würde, doch angesichts der Sympathie, die man im Filmverlauf Beechum und seiner Familie entgegenbringt, wäre ein anderes Ende auch eine unschöne Überraschung gewesen.

Keine Großtat Eastwoods, aber wie so oft gute und spannende Unterhaltung.